Kita-Kinder von St. Josef Delhoven müssen auf Baustelle spielen

St.-Josef-Kita in Delhoven : Kita-Kinder müssen auf Baustelle spielen

Das unfertige Außengelände der Kita St. Joseph sorgt für Unmut. Bürgermeister verspricht Abhilfe.

Zum neuen Kindergartenjahr strömten die Neulinge in die Einrichtung von St. Josef und freuten sich auf den neuen Lebensabschnitt. Vor allem Erzieherinnen und Eltern waren zufrieden, weil zum Start am 1. August die Erweiterung auf fünf Gruppen abgeschlossen war. Doch die Freude ist Ernüchterung gewichen: Seitdem arbeiten die Pädagoginnen auf einer Baustelle, ist die Kita von einem Bauzaun gefängnisgleich eingerahmt, müssen die Kinder über Schutt laufen, der nur notdürftig von einem Teppich abgedeckt ist. Jetzt reicht es den Eltern: Sie fordern in einem offenen Brief Bürgermeister Erik Lierenfeld auf, sich um diese Missständnisse zu kümmern und sie beseitigen zu lassen.

„Die Situation ist völlig unbefriedigend“, sagt Renate Reimann, die die Kita mit den 92 Kindern leitet. „Wenn die Kinder nach draußen gehen, spielen sie in zwei unterschiedlichen Abschnitten, die durch einen Bauzaun getrennt sind, und laufen über Schotter.“ In dem Brief an Lierenfeld, der dieses Schreiben nach Angaben der Pressestelle der Stadt übrigens nicht direkt erhalten hatte, sondern erst über Umwege, werden die Eltern deutlich: „Wir erwarten, dass Sie sich so, wie Sie sich einst (als SPD-Ratsmitglied, Anm. d. Red) für den Kita-Ausbau eingesetzt haben, nun auch dafür einsetzen, diesen Ausbau zu einem vernünftigen Abschluss zu bringen“, heißt es in dem von Sascha Weick als Mitglied des Elternrates der Kita gezeichneten Schreiben. „Jeglicher Bauschutt muss schnellstmöglich entfernt werden, sodass alle Bereiche des Außengeländes wieder gefahrlos betreten werden und die Bauzäune entfernt werden können.“

Eine Holzpalette liegt als provisorische Hilfe vor der Tür. Foto: Weick

Bei den Eltern sei der Eindruck entstanden, der Stadt sei es am wichtigsten gewesen, das Gebäude zu erstellen, die Gruppen zu eröffnen und alle Rechtsansprüche zu erfüllen. Weick: „Wie sonst lässt sich erklären, dass seit der Eröffnung der neuen Gruppen so gut wie keine weiteren Arbeiten mehr wahrgenommen wurden, und das, obwohl die Bauarbeiten mitnichten abgeschlossen sind. Insbesondere das Außengelände wurde in einem desolaten Zustand zurückgelassen.“

Dort, wo während der Bauphase ein Toilettencontainer stand, klafft jetzt dieses Loch. Foto: Weick

Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld setzte am Donnerstagabend noch einen Brief an Sascha Weick auf. Darin versichert der Verwaltungschef, dass er die Beschwerde ernst nehmen. Und: Die Situation auf dem Außengelände der Kita sei „nicht zufriedenstellend“. Er habe sich vom Eigenbetrieb über die Gründe für die Probleme unterrichten lassen. Lierenfeld: „Verzögerungen bei der Bauausführung und die momentan starke Auslastung der Fachfirmen (hier Garten – und Landschaftsbau) haben letztlich zu der gegenwärtigen Situation geführt. Dafür kann ich Sie – stellvertretend für alle Kinder, Eltern und Betreuer der Kita St. Josef – nur um Verständnis und Geduld bitten.“

Er stellte den betroffenen aber Abhilfe in naher Zukunft in Aussicht. „Am 23. Oktober wurde die Sichtung der Angebote für die Außenanlagen beendet“, schreibt der Bürgermeister. „Mit der Auftragserteilung ist Anfang November zu rechnen, so dass die Arbeiten hoffentlich bis Ende des Jahres erledigt sein werden.“ Er hoffe, dass die Kinder in der Kita jetzt schnell ein schönes und funktionales Außengelände bekommen.