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Dormagen: Kirchenschatz von Delhoven

Dormagen : Kirchenschatz von Delhoven

Nach aufwendigen Restaurierungen ist der Delhovener Kirchenschatz von St. Josef wieder in Gemeindehand. Priestergewänder, liturgische Geräte und Kreuzweg-Bilder erstrahlen wieder in leuchtender Pracht.

Es funkelt und strahlt – die Sonne bringt den kostbaren "Kirchenschatz" von St. Josef in Delhoven so richtig zum Leuchten. Das war nicht immer so, wie Heidi Schenkel vom Kirchenvorstand erläutert: "Die Medaillons auf dem Messkelch waren sehr dunkel und kaum noch zu erkennen." Jetzt sind dort auf den sechs kleinen Kunstwerken am Fuß des Festtags-Messkelches Jesus Christus, der Pfarrpatron Josef und die vier Evangelisten zu sehen.

Der Kelch ist nur eines von sakralen Kunstgegenständen, die von der Werkstatt Beier, Freund und Kühler aus Köln, restauriert worden sind. Fünf weitere liturgische Geräte, dazu mehrere gestickte Seiden-Messgewänder der Priester, die um 1900 angefertigt wurden, und alle Stationen des Kreuzweges erstrahlen nun wieder in neuem Glanz. Für diese Restaurierung hatte das Erzbistum Köln sich mit 70 Prozent der Kosten von 27 000 Euro beteiligt. "Ein Segen", sagt Heidi Schenkel, die mit viel Herzblut die Ausbesserungsarbeiten des Kirchenschatzes vorangetrieben hat: "Was wir von unseren Vorvätern übergeben bekommen haben, müssen wir auch erhalten." Bereits 2008 hatte sich der Kirchenvorstand für eine Sanierung eingesetzt.

Um den Eigenanteil zu stemmen, vergab die Gemeinde St. Josef Patenschaften für die 14 Kreuzweg-Gemälde: "Jeder Spender, der 200 Euro für eine Station gegeben hatte, erhielt auch eine Urkunde mit Fotos, auf denen der große Unterschied des düsteren, unbehandelten und des hellen, restaurierten Bildes zu sehen war", erläutert Heidi Schenkel.

Die Priestergewänder wurden gereinigt, lose Fäden angenäht und brüchige Stellen unterfüttert. "Ein schöner Anblick", zeigt sich Heidi Schenkel begeistert vom Ergebnis. An den Paramenten ist die Entwicklung der Liturgie abzulesen. So waren um 1900 die Rückseiten der Messgewänder besonders farbenprächtig gestaltet, weil die Priester damals mit dem Rücken zu den Gläubigen die Messe zelebrierten.

Der Delhovener Kirchenschatz ist durchaus zu sehen: Der Sonn- und Festtags-Kelch wird häufig bei Messen genutzt, während die Strahlen-Monstranz mit Medaillons von Gott-Vater und den sieben Sakramenten an Fronleichnam und beim sakramentalen Segen zum Einsatz kommt.

Die Gemeinde St. Josef hat noch mehr vor: Zwei große bleiverglaste Fenster der alten Kirche, die zum Pfarrheim umgebaut wurde, sind bereits restauriert. Sie zeigen Maria und Elisabeth. Nun soll es eine "Familienzusammenführung" geben. Das dritte Fenster mit Josef-Motiv ist zurzeit noch eingelagert. Wenn sich Sponsoren für die 6000 Euro teure Restaurierung finden, wird "Josef" ins Pfarrheim eingebaut.

(NGZ)