1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Kirchen klagen über Vandalismus

Dormagen : Kirchen klagen über Vandalismus

Pfarrer Peter Stelten ist empört: "Diese Form von Respektlosigkeit ist nicht mehr tragbar." Was ihn ärgert: Am Samstagmorgen hat in einer knappen Stunde, in der die Pfarrkirche St. Michael unbeaufsichtigt geöffnet war, ein Hund im Kirchenraum mehrere Haufen hinterlassen.

"Der Besitzer hat noch versucht, die Hinterlassenschaft wegzuwischen und das beschmutzte Tuch hinter den Opferstock geworfen", erläutert Pfarrer Stelten, der den Hundedreck selbst entfernt hat.

Besonders erschreckend findet der katholische Pfarrer, dass sich in den vergangenen Jahren eine Gleichgültigkeit religiösen Werten gegenüber entwickelt habe: "Es ist ein gesellschaftliches Problem, dass Werte und Symbole der Kirche nicht mehr geschätzt, sondern sogar angegriffen werden." Dazu zähle auch mutwillige Zerstörung, wie sie jetzt in der Kirche in Horrem, wo ein Fenster zu Toilette mit einer Bierflasche eingeschlagen wurde: "Vandalismus in Kirchen in ein größeres Problem, was dazu führen wird, dass wir die Kirchen ohne Wachdienst nicht mehr öffnen können", befürchtet Stelten. Am Samstag war St. Michael ganz geschlossen, am Sonntagnachmittag kurz geöffnet und am Montag erst ab 11 Uhr. Nächste Woche wird ein Hunde-Verbot-Schild aufgestellt.

In seiner Predigt am Palmsonntag hatte Stelten betont: "Die Karwoche darf nicht zum Hüpfburg-Event verkommen." In der Woche zur Vorbereitung auf Ostern soll für Christen die Besinnung auf das Wesentliche im Vordergrund und nicht stehen: "Die Menschen werden besinnungslos — jeder muss alles zu jeder Zeit und sofort machen dürfen", beklagt er das Fehlen der nötigen Ruhe.

(NGZ/rl)