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Kirchen in Dormagen reagieren auf die Corona-Krise

Kirchen in Dormagen : Pfarrer predigt in Corona-Zeiten auf Youtube

Glockenläuten, Videobotschaften, Briefe und Online-Austausch mit den Gemeinden - so reagieren die Kirchengemeinden auf die Corona-Krise.

Trotz der bis mindestens 19. April abgesagten Gottesdienste und des Kontaktverbotes findet das Gemeindeleben in Dormagen weiter statt. Hörbar auch daran, dass jeden Abend um 19.30 Uhr die Glocken der katholischen Kirchen in Dormagen läuten. „Es ist ein Zeichen der fortbestehenden Gebets- und Glaubensgemeinschaft und soll alle Gemeindemitglieder an das gemeinsame tägliche Gebet erinnern“, betont Pfarrer Klaus Koltermann von Dormagen-Nord. Wie die anderen Seelsorger nutzt er verstärkt digitale Kanäle, um seine Gemeinde auch in Zeiten der Corona-Krise zu erreichen. Per E-Mail und auch auf der Homepage wird die Predigt zum Sonntag veröffentlicht, auch sollen geistliche Impulse in schriftlicher Form den Gemeindemitgliedern zugänglich gemacht werden. „Auf diese Weise möchten die Seelsorger den Gemeinden nahe sein“, erklärt Koltermann.

Die Erstkommunionfeiern am 19. und 26. April sowie 3. Mai wurden in Dormagen-Nord bereits abgesagt, in St. Michael Dormagen-Süd alle bis auf die in St. Katharina Hackenbroich Mitte Mai, obwohl auch dort mit einer Absage gerechnet werden muss. „Wenn Gottesdienste wieder stattfinden dürfen, entscheiden wir, wann und wie wir die Erstkommunion und die Firmung nachholen“, erklärt Pfarrer Peter Stelten von St. Michael Dormagen-Süd. Der abgesagte ZDF-Gottesdienst soll am 25. April 2021 nachgeholt werden.

Pfarrer Stelten hat mehrere, meist digitale Wege gefunden, mit seiner Gemeinde zu kommunizieren: Mitte jeder Woche schreibt er einen Brief, den er über E-Mail verteilt. Dazu wird jeden Freitag nachmittags ein rund viertelstündiges Video produziert, das dann samstags auf der Homepage (www.st-michael-dormagen.de) und auf YouTube (Katholische Pfarrgemeinde St. Michael Dormagen) abzurufen ist. Der kurze Film wird abwechselnd in den fünf Kirchen der Pfarre aufgenommen. Nach live eingespielter Musik von Kantor Horst Herbertz spricht Pfarrer Stelten das Sonntags-Evangelium, dazu die Auslegung und ein Gebet. „Es wird auch für die Kar- und Ostertage diese Impulse geben“, weist Stelten auf Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag hin. Außerdem hat er Einzelbriefe an Gruppen aus der Pfarre geschickt: Bisher an die Messdiener, an den Kirchenvorstand und den Pfarrgemeinderat. Zudem wird – zu 90 Prozent – per Telefon kommuniziert. „Beichtgespräche sind mit Bankabstand in den Kirchen möglich“, so Stelten.

Weiterhin sind die katholischen Kirchen in Dormagen-Süd von 12 bis 16 Uhr zum privaten Gebet geöffnet: St. Michael, St. Katharina Hackenbroich, St. Martinus Zons, St. Maria vom Frieden und Zur Heiligen Familie Horrem. Auch in Dormagen-Nord: St. Pankratius Nievenheim dienstags von 16 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 16 Uhr, St. Gabriel Delrath donnerstags von 16 bis 17 Uhr, St. Odilia Gohr nur der Vorraum täglich, St. Josef Delhoven freitags von 15 bis 16 Uhr, St. Aloysius Stürzelberg dienstags bis sonntags der Vorraum von 10 bis 18 Uhr.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Dormagen werden keine Gottesdienste gefeiert, aber sonntags um 10 Uhr läuten die Glocken der Christuskirche zur gewohnten Zeit, um „die Menschen zu Besinnung und Gebet“ einzuladen, wie Pfarrer Picht erklärt.

In der Baptisten-Kirche Dormagen werden die Gottesdienste über Facebook, YouTube (eigener Kanal) und auf der Website (www.baptisten-kirche.de) übertragen, jeweils um 10.30 Uhr. Über Online-Plattform und Videoportal tauschen sich die Gemeindemitglieder aus. Zum Buch „Jesus und dem Leben auf der Spur“ führen die Pastoren der Gemeinde, Fabian Herwig und Roger Bahr, jede Woche ein „Pastorengespräch“ auf YouTube, das jeweils ein Kapitel zur Grundlage hat.

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