Kinderschutz Thema einer Fachtagung im Raphaelshaus

Raphaelshaus Dormagen: Kinderschutz als Herausforderung

Im Raphaelshaus diskutieren Fachkräfte über die Verantwortung der Gesellschaft.

Das Jugendhilfezentrum Raphaelshaus ist Tagungsort für den Dachverband für Familienaktivierung, der am 8. November anlässlich seines 20-jährigen Bestehens dort einen Fachtag zum Thema „Aktiver Kinderschutz als gesellschaftliche Herausforderung" veranstaltet.

Dabei geht es konkret um Hilfe für Kinder und Familien: FAM – die Abkürzung für Familien-Aktivierungs-Management – setzt als Kriseninterventionsprogramm dort an, wo es gilt, die Lebens- und Entwicklungsbedingungen von Kindern in ihren Familien zu stärken und den Kindesschutz zu sichern. Das Dormagener Raphaelshaus ist seit Gründung des Dachverbandes Mitglied und vertritt somit aktiv die Anliegen eines aktiven Kinderschutzes und der Stärkung von elterlichen Erziehungskompetenzen. Familienaktivierung ist von der Grundannahme geprägt, dass Kinder am besten in einer Familie aufwachsen können und jedes Familiensystem das Potenzial für Verhaltensänderungen besitzt.

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Als Referentin berichtet Professorin Kitty Cassée (Zürich) über das KOFA-Modell der Kompetenz‐ und risikoorientierten Familienarbeit. Dr. Marie‐Luise Conen (Berlin) stellt dar, was es für gelingende ambulante Familienhilfe nötig ist, und Monika Naimer (Wien) referiert über „Gehirngerechtes Lernen“ und dessen Nutzen in der ambulanten Familienarbeit. Daneben gibt es Workshops über „Baby-FAM" als Angebot für Eltern mit Säuglingen und FAM in Wohnform. Dazu ziehen ganze Familien für die Dauer eines halben Jahres in eine Jugendhilfeeinrichtung, um dort zu trainieren und neu zu lernen, was „gute Elternschaft“ ausmacht. Darüber hinaus wird über Krisenbezogene Aktivierende Familienarbeit in Luxemburg und in der Schweiz berichtet.

Im FAM wird davon ausgegangen, dass Menschen besonders in Krisen zur Veränderung bereit sind. Über ein konsequentes methodisches Vorgehen, den absichernden Rahmen einer 24-Stunden-Erreichbarkeit und ein fachliches Unterstützungssystem für die FAM-Fachkräfte soll „Fremdplatzierung“ vermieden werden, sofern dies dem Wohl des Kindes dient. In einem sechswöchigen Einsatz im Haushalt der Familie werden die Fähigkeiten und Stärken aller Familienmitglieder herausgearbeitet und genutzt, um gemeinsam neue Ziele zu definieren und einen Stabilisierungsprozess einzuleiten. Die Sicherheit der Kinder steht dabei im Vordergrund. Die Familie wird in unterstützende Strukturen des Umfeldes eingebunden, die über die Zeit der Unterstützung durch FAM hinaus Stabilität und Fortschritt gewährleisten.

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