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Dormagen: Kinder verkaufen ihre alten Schätze

Dormagen : Kinder verkaufen ihre alten Schätze

Zahlreiche Kinder haben gestern Spielzeug auf dem Trödelmarkt im Tannenbusch zu Geld gemacht. Eltern gaben wertvolle Tipps. Die Resonanz war groß: Wer am Morgen zu spät kam, hatte Schwierigkeiten, einen guten Platz zu finden.

Zwischen Ponyreiten, Waffelständen und Luftballonbastelei waren auch die Geschwister Stephan (16) und Felix (14) mit Nachbar Malte (10) aus Allerheiligen auf dem Kindertrödelmarkt im Tannenbusch anzutreffen. Spazierte man am gestrigen Sonntag durch den gut besuchten Tierpark, so waren die drei Jungs nicht zu übersehen. Stephan und Felix erklärten und verhandelten mit Elan und ließen keine Fragen offen. Von dem Trödelmarkt erfahren hatten sie durch ihre Nachbarn und zögerten nicht, ihr im Keller gesammeltes Spielzeug zu verkaufen. "Wir hängen an den Sachen gar nicht mehr, dieses Spielzeug ist nichts mehr für uns," so Felix. Der zehnjährige Malte fügte stolz hinzu: "Das Kinderspielzeug wurde langweilig, dafür bin ich schon zu groß." Auf die Frage, wann sie da gewesen seien, antwortet Stephan grinsend: "Wir haben unsere Mutter um halb 8 vorgeschickt und sind selber seit 9 Uhr hier."

Trotz der Tatsache, dass sie zum ersten Mal auf einem Trödelmarkt verkauften, entwickelten sich die Jungs schnell zu Verkaufstalenten. Ihre Preise waren keineswegs improvisiert. Felix erzählt: "Wir haben uns vorher im Internet, zum Beispiel auf Ebay, informiert und sind dann mit dem Preis etwas runter gegangen." Als es darum ging, was sie mit dem verdienten Geld machen wollen, waren sich Stephan und Felix schnell einig: "Das Geld wird geteilt und für den Führerschein angelegt. Außerdem brauchen wir auch noch etwas Urlaubsgeld", äußert sich Stephan. Malte sagt: "Ich kaufe mir von dem Geld Computerspiele." Mit einem kurzen Seitenblick zu Mama fügt er hinzu: "Und ich lege auch etwas für den Führerschein zur Seite."

"Schwierigkeiten gab es auch ein paar", informiert die Mutter von Stephan und Felix. Auf weiteres Nachfragen erzählt sie: "Zunächst einmal war es schwer, einen Stellplatz zu bekommen, wir haben echt lange gebraucht. Außerdem gab es eine kleine Meinungsverschiedenheit, da die Jungs ihre Modelleisenbahn verkaufen wollten. Da habe ich dann gesagt, die bleibt Zuhause."

Nicht nur Stephan, Felix und Malte schien das Verkaufen sichtlich Spaß zu machen, auch die anderen Kinder waren mit Freude dabei. Vereinzelt blieben die Kinder lieber im Hintergrund, dann jedoch verhandelten ihre Eltern. Auch die Besucher waren alle guter Dinge, es wurden viele Attraktionen geboten. Kinder konnten sich zum Beispiel schminken lassen und die Erwachsenen konnten an einem der vielen Stände etwas essen. Spaziergänger Christopher Lauf sagte zu alldem: "Ich selber bin alleine hier, ich bin aber überrascht wie viele Kinder und natürlich Eltern tatsächlich gekommen sind. Und das, obwohl das Wetter heute ja auch nicht das Beste ist."

Gegen Abend leerte sich der Kindertrödelmarkt und die mittlerweile müden Kinder packten ihre verbliebenen Sachen, freuten sich über das verdiente Geld und fuhren nach Hause. Der nächste Kindertrödelmarkt im Tannenbusch findet voraussichtlich am 15. September statt. Die Resonanz von Stephan, Felix und Malte zeigt, dass es sich lohnen kann, sich vorab einen festen Platz zu reservieren und sein altes Spielzeug an den Mann zu bringen.

(NGZ)