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Dormagen: Kinder testen Videospiele in Bibliothek

Dormagen : Kinder testen Videospiele in Bibliothek

Beim "Gaming Monday" können Kinder einmal im Monat Konsolenspiele ausprobieren. Eine Aufsicht sorgt dafür, dass altersgerechte Spiele ausgewählt werden. Der Treff soll Schülern das Angebot der Stadtbibliothek näherbringen.

Es gibt Helden, die werden einfach nicht älter. Diese Erfahrung hat Andreas Zimmermann, Auszubildender bei der Stadtbibliothek, gemacht. Der 25-Jährige leitet gemeinsam mit zwei Kolleginnen den "Gaming Monday". Einen Nachmittag im Monat können Kinder dabei unter Aufsicht Videospiele spielen. Die absolute Nummer eins ist für die jungen Besucher Super Mario — die Videospiele-Figur, die ab Mitte der 1980er Jahre als abenteuerlustiger Klempner populär wurde. Doch der Auszubildende sorgt dafür, dass auch andere Spiele in die Konsolen kommen. "Wir achten auf eine Mischung aus Spaß- und Lernspiele", sagt er.

Zum dritten Mal hat am Montag die Stadtbibliothek zum "Gaming Monday" eingeladen. Zwei Stunden lang konnten junge Besucher das Angebot an Konsolenspielen für Wii oder Playstation 3 nutzen. Die Auswahl ist riesig: Rund 250 Konsolenspiele hat die Stadtbibliothek im Angebot. Zimmermann sorgt dafür, dass abhängig von den Besuchern altersgerechte Spiele auf dem Programm stehen. Neben Jump-'n'-Run- sind das häufig auch Sport- oder Wissensspiele.

Das Spielen sei mehr als nur bloßer Zeitvertreib. Kinder könnten dabei durchaus etwas lernen. Bei Sportspielen könnten sie zum Beispiel ihre Koordination schulen. Besonders dann, wenn sie für die Wii konzipiert sind und das Spiel mit Bewegungen gesteuert wird. "Dabei kommt man durchaus ins Schwitzen", sagt Zimmermann. Bis zu vier Kinder können in der Stadtbibliothek die Nintendo-Konsole gemeinsam nutzen. Bei Lehrspielen steht hingegen der Wissensgewinn im Vordergrund. "Sie sind so spielerisch gestaltetet, dass es den Kindern gar nicht wie lernen vorkommt", sagt Zimmermann. Gegen Super Mario kämen sie jedoch nicht immer an.

Zimmermann hat festgestellt, dass sich die Einstellung gegenüber Videospielen gewandelt hat. Sie seien akzeptierter als früher — wahrscheinlich auch deshalb, weil viele, die mit Videospielen aufgewachsen sind, mittlerweile selbst Eltern geworden sind. Auch der Auszubildende kennt Videospiele aus seiner Jugend. Um mit den Kindern mitreden zu können, testet er die angebotenen Spiele der Stadtbibliothek und hält sich auf dem Laufenden, was Trends und Neuerscheinungen angeht. Hält er Spiele für besonders geeignet, schlägt er sie zur Anschaffung vor.

Mit dem "Gaming Monday" verfolgt die Stadtbibliothek außerdem das Ziel, Kinder an das Angebot der Einrichtung heranzuführen. Ihre Hoffnung: Kinder, die zum Spielen kommen, leihen sich vielleicht ein Buch aus oder kommen wieder, wenn sie die Lust am Lesen packt. Die Möglichkeit ist gegeben: Wenige Meter vom Fernseher entfernt stehen die nächsten Bücherregale. Andreas Zimmermann hat bereits erlebt, dass Kinder, die wegen des "Gaming Monday" gekommen sind, sich einen Bibliotheksausweis haben ausstellen lassen. Kosten sind damit nicht verbunden: Bis zum Alter von 18 Jahren muss niemand für die Mitgliedschaft zahlen.

Während der zweistündigen Veranstaltung sitzen die Kinder nicht die komplette Zeit vor dem Bildschirm. Auch für vermeintlich altmodische Gesellschaftsspiele sind die jungen Besucher noch zu begeistern. Und auch davon hat die Stadtbibliothek eine Menge: 350 Exemplare zählt der Katalog.

(NGZ/ac)