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Dormagen: Kinder pilgern auf Spuren Jesu

Dormagen : Kinder pilgern auf Spuren Jesu

Pilgerzüge und Prozessionen sind ein Zeichen gelebten Glaubens. Am Ostermontag haben sich rund 100 Kommunionkinder der Pfarrgemeinde St. Michael Dormagen-Süd auf den Kreuzweg gemacht, um Jesus Christus nachzufolgen.

Sich auf den Weg machen zu Gott — das setzen Christen in Dormagen seit Jahrhunderten um, nicht nur in der Karwoche. Das belegen die nach wie vor beliebten Wallfahrten zur schmerzhaften Muttergottes nach Knechtsteden im September (und von Mai bis Oktober an jedem 13. des Monats), nach Nievenheim (Salvatoroktav vom 6. bis 17. Juni) und nach Gohr (Odilienoktav vom 16. bis 24. Juni).

Gestern Morgen kam ein weiterer besonderer Pilgerzug hinzu: Etwa 100 Kommunionkinder der Pfarrgemeinde St. Michael Dormagen-Süd sind die Stationen des Leidens Christi auf einem Gang zur Kirche Maria vom Frieden nachgegangen. "Dieser Kreuzweg der Kinder zeigt die Verbundenheit mit Jesus in seiner schwersten Stunde", sagt Pfarrer Peter Stelten.

Die Mädchen und Jungen sind von St. Michael in der Innenstadt und von der Kirche Zur Heiligen Familie in Horrem aus losgegangen. "Wir wollen die ersten acht Stationen des Leiden Christi nachempfinden", sagt Gemeindereferentin Katica Engel. Das Zeichen gelebten Glaubens war gestern unübersehbar. "Der Zug der Kinder bringt die Passanten zum Nachdenken", erinnert die Gemeindereferentin an das vorige Jahr, als der Kinderkreuzweg das erste Mal angeboten wurde.

Doch nicht nur durch das Kreuzweg-Nachgehen bereiten sich die Kommunionkinder auf die Karwoche und das Osterfest vor. "Wir versuchen, den Kindern das Evangelium so nah wie möglich zu bringen", sagt Katica Engel. Dazu werden auch Empfindungen angesprochen, die die Kinder selbst in ihrem Alltag berühren: "Mit einem Eiswürfel in der Hand merken die Kinder, wie schnell Schmerz entstehen kann", beschreibt Engel.

Auch für Kindergarten-Kinder wird ein abgespecktes Vorbereitungs-Programm geboten. In der Caritas-Kindertagesstätte im "Haus der Familie" arbeiten die Kinder mit biblischen Figuren, so wurde zum Palmsonntag im Eingangsbereich der Kita Jesu Einzug nach Jerusalem nachgestellt. In der Kirche St. Michael erfahren die Kleinen dann den Kreuzweg auf besondere Weise: "Wir zeigen ihnen durch Fühlen und Probieren, worum es beim Kreuzweg geht", erläutert Gemeindereferentin Katica Engel.

So symbolisiert ein schwerer Stein, den die Kinder rollen dürfen, wie unerträglich das Kreuztragen für Jesus war, und das vorsichtige Ertasten der Dornenkrone, wie schnell Verletzungen entstehen. "Wir sprechen mit den Kindern auch darüber, wie Verletzungen untereinander vermieden werden können und wie gut es ist, wenn Freunde wie Simon einem nicht nur beim Kreuztragen helfen", so die Gemeindereferentin.

Auch wenn die Kinder die Auferstehung Christi nicht anfassen können, schwebt doch ein Hoffnungsschimmer über dem Ende der Karwoche, wie Katica Engel berichtet: "Jesus im Himmel können sich die Kinder sehr gut vorstellen."

(NGZ)