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Dormagen: Katholiken wählen neue Pfarrgemeinderäte

Dormagen : Katholiken wählen neue Pfarrgemeinderäte

An diesem Samstag und Sonntag dürfen auch in Dormagen zum ersten Mal bereits 14-jährige Gemeindemitglieder ihre Stimme abgeben.

Ein wenig Stolz schwingt schon mit in der Stimme von Peter Stelten, als er auf die Pfarrgemeinderatswahl an diesem Wochenende angesprochen wird. "Unter unseren Kandidaten sind diesmal auch drei ganz junge Leute, zwei 16-Jährige und ein 20-Jähriger", berichtet der Pfarrer der Katholischen Pfarrgemeinde St. Michael im Dormagener Süden. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass diesmal Katholiken schon ab 14 Jahren wahlberechtigt sind.

 Die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Adolph Thöne (oben) und Reiner Kissels (u.l. mit Cornel Hüsch/Katholikenrat) treten wieder an.
Die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Adolph Thöne (oben) und Reiner Kissels (u.l. mit Cornel Hüsch/Katholikenrat) treten wieder an. Foto: ANJA Tinter/jaz (ARCHIV)

Und eine Wahl ist es in St. Michael tatsächlich, weil es mehr Kandidaten (14) als Sitze für gewählte Mitglieder im Pfarrgemeinderat (12) gibt. Das ist längst nicht in allen Seelsorgebereichen im Kölner Erzbistum der Fall. Vielerorts erwies es sich als schwierig, genügend Interessenten zusammenzubekommen. Im Dormagener Norden ist das geglückt – allerdings "nur" als Punktlandung. "Wir haben 16 Kandidaten für 16 freie Plätze", sagt Reiner Kissels, der seit acht Jahren Vorsitzender des Gremiums ist und auch diesmal wieder antritt. Auch der amtierende PGR-Vorsitzende im Süden, Adolph Thöne, kandidiert erneut – wie die Hälfte der bisherigen Pfarrgemeinderatsmitglieder. Die Leitenden Pfarrer als "geborene" Mitglieder der Pfarrgemeinderäte dürfen zusätzlich weitere PGR-Mitglieder berufen.

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In St. Michael hatte sich der Pfarrgemeinderat einst dazu entschieden, seine Sitzungen möglichst außerhalb der Kirchenmauern abzuhalten. "Kirche trifft Welt", nennt Pfarrer Stelten das, "das befruchtet unser Gemeindeleben." Altenheime, Jugendeinrichtungen, Raphaelshaus, Kreiskrankenhaus, Malteser und DRK waren nur einige Stationen, die der Pfarrgemeinderat in den zurückliegenden vier Jahren besuchte. Wenn es nach Stelten geht, soll dieser Weg weiter beschritten werden. "Ich werde dem neuen Pfarrgemeinderat vorschlagen, die Besuche auf die Arbeitswelt auszudehnen, zum Beispiel auf den Chempark."

Auch Reiner Kissels im Dormagener Norden hat sich schon einige Gedanken über die Zukunft und die anstehenden Aufgaben des Pfarrgemeinderats gemacht. "Wir haben ein paar Baustellen", gibt er zu. Ein Beispiel sei der Besuchsdienst für Zugezogene, der noch nicht so laufe wie gewünscht. "Das klappt bis jetzt nur in einer Gemeinde gut, in Gohr", erzählt Kissels. In den übrigen fünf Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft sieht er in diesem Punkt noch Nachhol- und Verbesserungsbedarf. Ähnlich fällt seine Bilanz für die sechs Ortsausschüsse aus. Auch dort laufe es bislang nur in einem ganz rund.

Die Ortsausschüsse wie im Dormagener Norden sind übrigens ein typisches Merkmal einer Pfarreiengemeinschaft, in der die Gemeinden noch einen Teil ihrer früheren Eigenständigkeit behalten haben. Im Südbereich hatten die Gemeinden seinerzeit zu einer Katholischen Kirche St. Michael mit Gotteshäusern in Zons, Hackenbroich, Dormagen-Nord, in Horrem und in der Innenstadt fusioniert und damit weitgehend auf ihre Eigenständigkeit verzichtet. Zu den Aufgaben der Pfarrgemeinderäte gehören u.a. die Unterstützung und Beratung der Pfarrer, die Initiierung sozialer und caritativer Dienste sowie Bildungsaufgaben.

(NGZ)