Dormagen: Kastrationspflicht für Katzen

Dormagen: Kastrationspflicht für Katzen

Der Bürgerantrag des Tierschutzvereins Dormagen vom 11. Februar zur Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen, die nicht verwildert sind, sondern sich in menschlicher Obhut befinden, wurde nun mit Mehrheit vom Hauptausschuss beschlossen.

Außer Veröffentlichungskosten der Satzung soll die Kastrationspflicht keine finanziellen Auswirkungen haben, auch wenn Dezernentin Tanja Gaspers nicht komplett ausschließen wollte, dass für die Stadt im Einzelfall die Übernahme der Kosten anfallen könnte: "Allerdings nicht durch aktive Kontrollen oder Personalaufstockung des Ordnungsamts. Es verfolgt nur Hinweise", sagte Gaspers. Der Rat hatte im April die Verwaltung beauftragt, sich bei anderen Städten umzuhören und die Satzung vorzubereiten. Besitzer unkastrierter Katzen sollen ihnen ab einem Alter von sechs Monaten keinen Freigang gewähren

Im Hauptausschuss wurde auch über die rechtlichen Bedenken diskutiert, die der Städte- und Gemeindebund NRW gegen eine solche Verordnung vorgebracht hat. Zurzeit sei eine Änderung des Tierschutzgesetzes NRW in Planung, laut der die Kreisbehörden für die Kastrationspflicht freilaufender Katzen zuständig würden. Fraktionschef Bernhard Schmitt (SPD) wollte "nicht auf die Änderung warten", auch seine Kollegen Hans-Joachim Woitzik vom Zentrum ("Bis dahin brauchen wir aber schon eine Satzung") und Tim Wallraff von Bündnis 90/Die Grünen ("Wir sollten jetzt schon die positiven Effekte der Satzung mitnehmen") waren dafür. Dem CDU-Vizefraktionsvorsitzenden Jo Deußen, der einen Aufbau von Bürokratie befürchtete, entgegnete Bürgermeister Erik Lierenfeld, dass dies nicht der Fall sei: "Es besteht kein weiterer Personalbedarf." Die Satzung sei der ausdrückliche und einstimmige Wunsch des letzten Rates gewesen.

(NGZ)
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