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Karneval in Dormagen: Tanzgarde trainiert trotz fehlender Auftritte

Karneval in Dormagen : Garde trainiert trotz fehlender Auftritte

Junge Tänzerinnen und Tänzer der KG „Ahl Dormagener Junge“ lernen über Zoom und nun live ihre Tanzschritte. Die Motivation ist trotz abgesagter Sitzungsauftritte hoch. Eine Vorführung für die Tanzkinder ist geplant.

Regelmäßig miteinander trainieren, die Schritte für die Choreographie auswendig lernen und umsetzen – und ganz viel Spaß dabei und bei den Auftritten haben: Das empfinden ganz viele karnevalistische Tanzgruppen im Dormagener Stadtgebiet. Auch in der Corona-Pandemie haben die wenigsten ganz mit dem Training aufgehört.

Ein gutes Beispiel ist die Garde der KG „Ahl Dormagener Junge“, die sich coronabedingt im März und April gar nicht persönlich treffen konnte. „Aber das haben wir dann über Zoom und mit Videos geregelt“, berichtet Jessica Metzemacher. Die 18 Jahre alte Rheinfelderin, die bereits in ihrer 15. Session für die KG tanzt, ist Trainerin der Garde. Seit vier Jahren ist sie Teil des Trainerteams, hat zunächst bei der Kinderprinzengarde unterstützt, seit der vorigen Session auch bei der großen Garde – da noch mit Anne Glaser und Caroline Nielson, die nun beide aufgehört haben.

„Die Gemeinschaft ist wichtig, und dass wir zusammen einen tollen Auftritt hinlegen“, beschreibt Jessica Metzemacher ihre Ziele. „Aus einem Hobby ist eine Leidenschaft geworden“, sagt die 18-Jährige, die im Frühjahr ihr Abitur am Bettina-von-Arnim-Gymnasium gemacht hat. Im November beginnt sie ein Studium zur Grundschullehrerin in Köln. „Natürlich will und werde ich weitertanzen“, sagt Jessica Metzemacher, deren ältere Schwester Natalie ebenfalls lange in der KG als Tänzerin aktiv war.

Trotz der wegen der Corona-Pandemie abgesagten Sitzungen – und damit vieler Auftritte – ist die Motivation in der elfköpfigen Garde weiterhin hoch. „Wir sind sehr dankbar, dass wir überhaupt wieder tanzen dürfen“, berichtet Jessica Metzemacher. Auch wenn das selbstständige Schritte-Üben auch über Video „erstaunlich gut“ funktioniert habe, sei es wunderbar gewesen, sich ab Ende Mai wieder persönlich treffen zu können, wenn auch auf Abstand – bzw. als eingespielte Trainingsgruppe. „Es ist ein Stück mehr Alltag und eine gute Art, unseren Sport und unsere karnevalistische Freude wieder leben zu können“, sagt Metzemacher. Ein paar kleine Auftritte gebe es ja trotz der Corona-Krise, so bei der Generalprobe und wahrscheinlich bei der Verabschiedung der Tollitäten im November. „Wir möchten als Garde auch gern an einem Samstag mal für die Kinder und ihre Eltern auftreten, gerade, damit die neuen Tanzmäuse und die Älteren auch etwas Karnevalsgefühl und Stimmung erleben“, betont Jessica Metzemacher.

Nur vier Wochen Pause direkt nach Aschermittwoch herrscht normalerweise bei den Tänzern. Dann beginnen die Vorbereitungen auf die neue Session: Jeden Dienstag und Donnerstag wird bei der Garde der KG „Ahl Dormagener Junge“ trainiert, ab und zu auch am Samstag. Für die Musikauswahl dürfen die Tänzerinnen und Tänzer zwischen 15 und 26 Jahren ihre Wünsche äußern, dann wird das zusammengeschnitten und die Schritte ausgearbeitet und einstudiert.

Wer da mitmachen möchte, kann sich per E-Mail unter tanzgarde@kgadj.de, über Facebook und Instagram bei der Garde melden. „Wir freuen uns über neue Mitglieder, die auch Spaß am Gardetanz haben“, sagt Jessica Metzemacher.

Stolz auf „seine“ Jecken ist Jens Wagner, Präsident der KG „Ahl Dormagener Junge“: „Wir sind eine große Karnevalsfamilie“, sagte er. Dass die drei Jugendtanzcorps und die Garde im Mai unter strengen Hygienevorschriften wieder das Training aufgenommen haben, hält er für sehr wichtig: „Die Kinder haben so wenigstens ein Ziel, eine Aufgabe und außerdem Spaß dabei.“ Jedes Jahr freue er sich über die hervorragende Jugendarbeit, die die Basis der Karnevalsgesellschaft bilde: „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Kinder mit leuchtenden Augen ihre Auftritte absolvieren“, sagte er bei der Proklamation im November 2019.

Das Jugendwartin Michaela Belkadi berichtet über die große Freude bei Kindern, Eltern und Trainerinnen, als die Tanzmäuse, die Kinderprinzengarde und die Tanzsterne wieder „in echt trainieren“ durften. „Wir wollen die tolle Gemeinschaft stärken und den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Trotz Corona sollen alle die Möglichkeit haben, Karneval in ihrem Herzen zu behalten“, sagt Belkadi: „Die KG gibt allen die Möglichkeit, ihrem Hobby nachzugehen.“