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Karneval in Dormagen: Schweigeminuten für Hanau vor Eintopfsamstagzug

Gedenken in Dormagen : Schweigeminuten für Hanau vor dem Eintopfsamstagzug

Die Karnevalsgesellschaft „Ahl Dormagener Junge“ wird der Opfer von Hanau gedenken. Bürgermeister Erik Lierenfeld zeigt sich schockiert über die Tat.

Der schreckliche Anschlag von Hanau geht an den Karnevalisten in Dormagen nicht spurlos vorüber. Im Gegenteil: Die federführende Karnevalsgesellschaft (KG) „Ahl Dormagener Junge“ hat am Freitag in einem Gespräch mit Bürgermeister Erik Lierenfeld vereinbart, dass es vor dem Eintopfsamstagzug zwei Schweigeminuten geben wird, in denen der Opfer gedacht wird: Zum einen um 13 Uhr beim traditionellen Platzkonzert auf dem Rathausplatz, zum anderen um 14 Uhr an der Kulturhalle, wo sich der Lions-Club trifft, um den Zug zu verfolgen. Darüber hinaus wird an den Standarten der KG Trauerflor befestigt.

Die Karnevalisten zeigten sich erschüttert von den schrecklichen Ereignissen. Bürgermeister Lierenfeld, selbst Mitglied der „Ahl Dormagener Junge“, die die Zugleitung inne hat, äußerte sich „persönlich sehr getroffen. Das ist ein Anschlag auf unsere Gesellschaft insgesamt“. Die Gepflogenheiten in der Politik und in der Gesellschaft würden einfach nicht mehr stimmen. Lierenfeld bezeichnete zwar die Mahnwachen, die seit gestern und am Wochenende abgehalten werden (unter anderem in Neuss), als gute Zeichen.  Aber das reiche letztlich nicht: „Dort kommen hundert, vielleicht 200 Menschen hin. Das ist zu wenig. Wir müssen einen Schritt weiter gehen.“

Er kündigte an, das Thema in den Stadtrat zu bringen, um dort mit den Kommunalpolitikern gemeinsam zu überlegen, welchen Ansatz man in Dormagen verfolgen könne, um zusätzlich etwas zu tun. An Altweiber habe man sich, so Lierenfeld, „bewusst“ entschieden, auf der Bühne und dem Balkon des Historischen Rathauses nicht auf den Anschlag einzugehen. „Die Menschen sollen auch feiern, um sich abseits von den vielen Dingen, die um sie herum passieren, auch einmal für eine gewisse Zeit abzulenken.“ Pfarrer Peter Stelten (St. Michael) kündigte an, bei seinen Gottesdiensten am Sonntag die Opfer in die Fürbitten einzuschließen.

Wie die Stadt erklärte, sind beim Eintopfsamstagszug, der um 14 Uhr auf dem Schützenplatz starten wird, alle verfügbaren Kräfte des Ordnungsamtes im Einsatz. Sie sollen für einen reibungslosen Ablauf des Eintopfsamstagzugs sorgen, an dem so viele Narren teilnehmen wie noch nie.

(schum)