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Karneval in Dormagen: Landrat empfängt Tollitäten in der „Kulle“

Karneval in Dormagen : Landrat empfängt Tollitäten in der „Kulle“

Über hundert Narren nicht nur aus dem Rhein-Kreis kamen in der Kulturhalle zusammen, Petrauschke begrüßte auch den Prinz von Nürnberg.

„Narrenberg Aha“ – ein rheinischen Ohren fremder Schlachtruf flog am Donnerstagabend durch die Dormagener Kulturhalle, denn auch das Nürnberger Prinzenpaar machte beim Tollitätenempfang des Rhein-Kreises Neuss seine Aufwartung. Prinz Sebastian I., Narrenherrscher im „Festausschuss Nürnberger Fasnacht“, dem 16 Gesellschaften angehören, stammt aus Grevenbroich, hörte über die „Grielächer“ aus Orken vom Empfang des Landrats und stieg spontan ins Auto – Adjutant, Hofdame und freilich auch Prinzessin Erika III. im Gepäck. „Unser Sessionsmotto lautet , Ein bisschen verrückt ist ganz normal‘, also leben wir das auch“, lachte Erika.

Noch am gleichen Abend ging‘s die 400 Kilometer Strecke wieder zurück in die Frankenmetropole. Dort heißt der  Karneval Fasching und „Gaudiwurm“ nennt man den Umzug. Passt das für einen rheinischen Jung? „Es ist anders, ruhiger als im Rheinland, aber genau so schön“, sagt Prinz Sebastian diplomatisch und lächelt.  Mehr als hundert Narren im Ornat gaben sich auf Einladung von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke am Donnerstagabend ein Stelldichein in der „Kulle“, die von der KG „Ahl Dormagener Junge“ schmuck hergerichtet worden war. Präsident Jens Wagner hatte laut „hier“ gerufen, als es um die Ausrichtung des elften  und damit für die Jecken besonders bedeutsamen Kreisempfangs ging. „Heute können wir alle vor den tollen Tagen nochmal gemütlich zusammensein und uns  austauschen, denn bei den Sitzungen haben wir meist keine Gelegenheit dazu“, sagt Wagner.

Aus allen Ecken des Rhein-Kreises waren die karnevalistischen Würdenträger gekommen, von Kaarst bis Gustorf, Anstel und Weckhoven und sogar aus der niederländischen Provinz Limburg. Landrat Petrauschke hieß sie im ehemaligen römischen Kastell Durnomagus mit einem lateinischen „Salve“ willkommen – eine Anspielung auf die Dormagener Aussichten und Absichten, mit dem niedergermanischen Limes Teil des UNESCO-Weltkulturerbes zu werden.

Schon vor über 2000 Jahren, so Hans-Jürgen Petrauschke augenzwinkernd, hätte man visionär im Rhein-Kreis Neuss das Epizentrum des rheinischen Frohsinns  vorausgesehen, das belege eine Schriftrolle, die gerade im Römerkeller gefunden worden sei. Auf dass das so bleibe, verpflichteten sich alle anwesenden Tollitäten beim „Dormagener Gelöbnis“. Sie versprachen die Narretei weiterhin zu pflegen und zu fördern.

Deshalb wird es ganz sicher auch im nächsten Jahr einen karnevalistischen Kreisempfang geben. Das Event wandert jährlich an einen anderen Ort. „Bis auf Jüchen waren wir schon überall, wir haben also noch Ziele“, sagte Kreis-Pressesprecher Benjamin Josephs mit einem Lachen.