Karneval 2019 in Dormagen: Eintopfsamstagszug lockt viele Narren an

Karneval in Dormagen : Narren feiern beim Eintopfsamstagzug

So schön war der Eintopfsamstagzug in Dormagen

Ein wenig Nieselregen konnte die Jecken nicht schrecken: Über tausend Karnevalisten zogen durch die Innenstadt.

Auch in der Nachbarschaft von Köln versteht man es, Karneval zu feiern. Die Jecken vor dem Historischen Rathaus waren außer Rand und Band - und auch der später einsetzende Nieselregen konnte die närrische Freude von Piraten, Einhörnern, BVB-Fans, Clowns und Eisbären nicht trüben. Gut 90 Minuten nach dem Start bahnte sich der fröhliche Lindwurm seinen Weg über die dicht bevölkerte Kölner Straße, allen voran Zugleiter Ingo Bouvelet. 46 Gruppen zogen feucht-fröhlich am jecken Publikum vorbei und geizten sehr zur Freude des Nachwuchses nicht mit Kamelle. Moderiert wurde der Umzug von Michael Dries von der Karnevalsgesellschaft Ahl Dormagener Junge und den beiden zauberhaften, in Kostüme von Gospel-Sängerinnen gehüllten Co-Moderatorinnen Doreen Köstler und Barbara Stromberg.

Bei aller Freude gab es jedoch auch Grund zur Trauer: „Am Altweiberdonnerstag feierte der Ur-Dormagener und großer Gönner des Karnevals Willi Kranz noch mit uns vor dem Historischen Rathaus, noch am selben Abend ist er leider verstorben“, bedauert Michael Dries. Deshalb seien die Standarten mit Trauerflor ausgerüstet. „Allerdings wollen wir dennoch feiern, denn das wäre in seinem Sinn gewesen.“ Und eben auch im Sinne der Tollitäten: Die KG stellt in diesem Jahr wieder ein bestens gelauntes Dreigestirn: Prinz Nadine I. (Schumacher), Bauer Sonja (Ladermann) und Jungfrau Ute (Kaletta) hätten strahlender nicht sein können. Mit beiden Händen warfen sie Kamelle in die Menge, tanzten und lachten gemeinsam mit dem närrischen Volk. „Freude und Leid liegen eben so nah beieinander“, sagt auch Dries, der zahlreiche der insgesamt rund 2000 Besucher auf dem Rathausplatz dazu animieren konnte, Kinderprinz Magnus I. Gangey ein Ständchen zu seinem zwölften Geburtstag zu singen. Gemeinsam mit Prinzessin Paula Walther genoss er diese außergewöhnliche Geburtstagsfeier in vollen Zügen hoch auf dem Wagen der Kindertollitäten.

Die kleinste Fußgruppe des gesamten Umzuges bildeten die Kronkorken um Olaf Schülke. In mühevoller Kleinstarbeit hatten die acht Freunde so manches Kölsch gemeinsam geleert, um die Kronkorken an ihren Kostümen zu befestigen. Mit 106 Personen bildeten die kunterbunten Flickenclowns um Gerd Schrötter im Gegensatz dazu die größte Fußgruppe. Unter dem Motto „40 Johr un immer noch do“ warfen sie frohgemut Kamelle in die Menge.

Ein lila-weißes „Kuuhruudel“, Piraten, die seit acht Jahren mit der „Skorbut“ über die Weltmeere schippern und nun in Dormagen gestrandet sind, der Bollywood-Express mit seinen exotisch wie farbenfroh kostümierten Insassen, Vogelscheuchen, Froschkönige und viele mehr begeisterten Klein und Groß beim Dormagener Straßenkarneval. Neben den Märchenspielen Zons, die bereits seit 66 Jahren die Gäste ihrer Aufführungen begeistern und nicht lange nach Kostümen suchen mussten, zeigte die Musikschule Dormagen unter dem Motto „Wir geben den Ton an“ Rhythmusgefühl mit ihrer Percussion-Darbietung. Kontrastprogramm boten die „Wilden Blümchen“ mit ihren Steampunk-Kostümen, die beinahe schon Tradition haben. Dennoch wollten sich Doreen Köstler und Barbara Stromberg als Interviewer direkt am Rande des Umzuges doch sehr wundern: „Wie gehen der Name eurer Gruppierung und das Motto zusammen?“, fragten sie lachend. Leuchtende Hingucker waren die Jecken aus dem Pink Panther, die sich als eben solche verkleidet hatten. Durch ihre neonpinken Kostüme fielen sie sofort auf. Ihnen voran marschierte eine Gruppe Familie, Freunde und Arbeitskollegen namens „Der Bunte Haufen“, die sich als leckere Bonbons verkleidet hatten und genau diese auch in die Menge warfen.

„Wir freuen uns, dass der Dormagener Karnevalsumzug bei Teilnehmern und Zuschauern so beliebt ist. Einige Gruppen marschieren oder fahren bereits seit vielen Jahren mit und bereichern unseren Straßenkarneval jedes Jahr aufs Neue mit ihrer Kreativität. Dazu gehört auch die Abordnung von ,Les amis de Dormagen’ aus Saint-André“, so Dries.

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