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Dormagen: Kampf um WSD-Vorsitz

Dormagen : Kampf um WSD-Vorsitz

Café-Betreiber Frank Lemke soll Interesse am Vorsitz der Werbegemeinschaft haben. Noch gibt Gerd Hengsberger die Richtung vor. An den Posten gekoppelt ist auch die Strategie der WSD: Abendveranstaltungen oder Märkte?

Ein altbekannter Name wird derzeit mit dem Vorstandsposten bei der Werbegemeinschaft (WSD) Dormagen ins Spiel gebracht: Frank Lemke, Betreiber der Caféserie Lemke an der Kölner Straße, soll Interesse bekundet haben. Lemke selbst hält sich derzeit noch bedeckt: "Wir arbeiten dran", sagt er vieldeutig. Noch habe es keine Versammlung gegeben.

Die WSD würde mit Frank Lemke einen Schritt zurück in die Zukunft gehen: Lemkes Frau Andrea hatte den Spitzenjob 2006 niedergelegt. Noch ist es ohnehin nicht soweit. WSD-Chef Gerd Hengsberger will zwar als Person einer Lösung nicht im Wege stehen. Doch müsse "der gute Weg fortgesetzt werden". Er meint damit: Der Einzelhandel muss gestärkt werden.

Und genau darüber könnte ein Richtungsstreit entbrennen. Die etwa 100 Mitglieder der WSD sind in zwei Fronten gespalten. 1. Die Gastronomen, die verstärkt auf Abendveranstaltungen setzen möchten. 2. Die Einzelhändler, die insbesondere die Märkte für ein kraftvolleres Instrument halten. "Wir wollen jetzt erstmal den Ostermarkt abwarten und abrechnen", sagt Vorstandsmitglied Ute Freibeuter. Als Termin für die nächste WSD-Versammlung, in der ein neuer Vorsitzender gewählt werden könnte, ist der 12. oder 13. April anvisiert. Die alle drei Jahre stattfindenden Wahlen fallen jetzt turnusmäßig an. Eine einfache Mehrheit bei der Wahl reicht aus.

In der derzeitigen Vorstandsriege herrscht Diplomatie vor, geht es um die künftige Führungsfigur. Ute Freibeuter jedenfalls würde auch unter einem neuen Vorsitzenden eine Amtsperiode dranhängen wollen. Auch Josef Kath von der Weinhandlung "Wein und Mehr" meint: "Im Prinzip sind wir auf dem richtigen Weg." Doch müsse auch künftig das Hauptziel bleiben, die Dormagener Innenstadt zu beleben. Von abendlichen Festen profitierten dagegen hauptsächlich die Gastronomen in Marktplatznähe.

Reisebürobetreiber Axel Güttler beurteilt die Konkurrenzsituation um den Chefposten bei der WSD ebenfalls nicht negativ. Er würde –abhängig von der personellen Konstellation – im Vorstand der Werbegemeinschaft weitermachen. Güttler: "Inzwischen sind bei der WSD vernünftige Strukturen geschaffen worden, die Finanzen sind sauber." Für den derzeit amtierenden Vorsitzenden hat Güttler zudem warme Worte parat: "Gerd Hengsberger steckt viel Zeit und Arbeit in die WSD." Doch es gibt auch kritische Stimmen: Roberto de Bonis, Chef der Pizzeria Paparazzi, bemängelt, dass bei Veranstaltungen "die Leute vor Ort zu wenig einbezogen werden". Zudem findet de Bonis, dass WSD und die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft (SVGD), die ebenfalls Märkte organisiert, zu lange gegeneinander gearbeitet haben. Derzeit organisieren WSD und SVGD gemeinsam den Ostermarkt. Ein erster Schritt ist getan.

(NGZ)