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Dormagen: Kampf gegen das Hochwasser

Dormagen : Kampf gegen das Hochwasser

Der Rheinpegel stieg am Wochenende dramatisch schnell. Seit Samstagmorgen sicherten etwa 60 Helfer die Schutzanlage zwischen Stürzelberg und Zons. Bis Sonntagmittag wurden Sandsäcke gefüllt und Wände aufgebaut.

Es ist ruhiger als sonst auf der Biesenbachstraße, die wie Ufer-, Unter- und Oberstraße längst für den Verkehr gesperrt worden ist an diesem Samstagmorgen. In der Zentrale des Deichverbands Dormagen/Zons an der Uferstraße aber herrscht geschäftiges Treiben. Deichgräf Eduard Breimann hält die erste Lagebesprechung des Tages ab. Elf Helfer füllen zu dieser Zeit an einer Kiesgrube Sandsäcke. Der Rhein steigt schnell. "Wir hatten in dieser Nacht Steigerungsraten von bis zu zwölf Zentimetern pro Stunde", erklärt Breimann.

Auf einem Computermonitor im Nebenraum ist eine steil ansteigende Kurve zu sehen. "Es ist klar zu erkennen, dass der Fluss weiter steigen wird", so Gottfried Koch, der stellvertretende Deichgräf. Er koordiniert mit Breimann die Arbeiten. Vor den Helfern liegt ein 30-stündiger Einsatz. Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr aus Stürzelberg und Nievenheim, des Technischen Hilfswerks (THW) sowie der Reservekameradschaft der Bundeswehr sind seit Freitagnachmittag alarmiert. Mit der Lagebesprechung am Samstag beginnt für sie und den Deichverband der Wettlauf gegen den Rheinpegel.

Bis 23.30 Uhr sitzt Eduard Breimann am Freitag in der Deichzentrale. Er telefoniert und koordiniert. "Die Bezirksregierung hat am späten Nachmittag angeordnet, dass wir den Hochwasserschutz von Stürzelberg bis Zons unverzüglich aufbauen", sagt der Deichgräf. Eigentlich wollte man damit erst beginnen, wenn der Kölner Pegel die Acht-Meter-Marke übersteigt. Doch Schneeschmelze und Regen setzen dem Fluss zu. Die Anwohner werden noch Freitagabend informiert. Bis Samstagmorgen um 8 Uhr sollen sie ihre Autos wegfahren. Schweres Gerät muss über die engen Straßen transportiert werden. Hinter Breimann baut die Feuerwehr das Tor 3 am Dorfplatz auf. Breimann trägt eine rot-weiße Weste mit der Aufschrift "Deichaufsicht".

Sie weist ihn als Ansprechpartner aus. THW und Bundeswehr bauen eine mobile Wand an der Uferstraße auf. In der Nacht zum Sonntag rücken immer wieder Lkw mit Kies und Sand an. "Wir sichern alle Abschnitte mit Sandsäcken und Bigbags", erklärt Breimann. Mit dem Ablauf ist er zufrieden. Die drei Übungen machen sich bezahlt. Bis Sonntag Mittag waren rund 60 Helfer Tag und Nacht im Einsatz — mit Erfolg. Die Bezirksregierung bescheinigte der Sicherungsanlage bei der Abnahme einen guten Zustand. Stadtsprecher Harald Schlimgen teilte am Sonntag mit, dass der Busverkehr ab Montag Morgen wieder normal laufe. Autofahrer werden gebeten, zwischen Zons und Stürzelberg statt der Deich- die Stürzelberger Straße zu fahren. Die Wege zum Deich sollen frei bleiben.

(NGZ)