Kammertheater: Mundart-Krimi der Schwaadlappe

Kammertheater Dormagen : Die „Schwaadlappe“ klären die „Stoiber-Affäre“

Die Mundart-Theatergruppe tritt ab 3. Oktober mit der ersten Dormagener Krimi-Komödie im Kammertheater an. Sabine Misiorny und Tom Müller haben das Stück geschrieben und führen Regie.

Zum Lachen und Staunen wollen die Darsteller des Mundart-Theaters „Schwaadlappe“ ihr Publikum an vier Abenden im Kammertheater Dormagen bringen. Am Feiertag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, um 17 Uhr hat die Komödie „Die Stoiber-Affäre“ Premiere im Alten Kino an der Ostpreußenallee 23. „Wir sind alle schon sehr gespannt“, sagt Tom Müller, der gemeinsam mit seiner Frau Sabine Misiorny die erste Dormagener Krimi-Komödie mit Kommissar Bröckelmeyer geschrieben hat und auch Regie führt.

Dieser Kommissar stößt auf Geheimnisse rund um den ehemaligen Ministerpräsidenten Bayerns, Edmund Stoiber. „Wir haben Fakten wie die Herkunft von Stoibers Mutter, das neue Stadtlogo und das ehemals in Dormagen gebraute Bier zusammengepackt und daraus eine Krimi-Komödie in Mundart gesponnen“, verriet Sabine Misiorny. „Das hat schon beim Schreiben sehr viel Spaß gemacht, jetzt freuen wir uns darauf, die Krimi-Komödie unseren Zuschauern zu zeigen.“

Die erste Produktion der „Schwaadlappe“, die sich aus den aufgelösten „Ückerather Schwaadlappe“ gebildet hatten, stößt auf großes Interesse. Von den insgesamt knapp 400 Karten für die vier Vorstellungen sind nur noch 80 zu erwerben. Auch die bisherigen Vorführungen der Mundart-Gruppe um Manfred Fiedler haben dem Publikum viel Spaß bereitet, war doch immer Herzblut zu spüren. Jetzt hat sich eine neue Truppe mit einigen altbekannten Gesichtern gefunden, die mit Misiorny und Müller die komische Geschichte auf die Bühne des Kammertheaters bringen will.

Der Kommissar (Manfred Fiedler) trifft mit dem Dormagen-Paket auf Dieter Meissner als „Stoiber“ und Peter Pollok hinter der Theke. Foto: Kammertheater

Zu erwarten sind Situationskomik, lustige Dialoge und urkomische Verwechslungen – ein Kennzeichen aller Stücke von Misiorny und Müller. Schon die Vorgeschichte fasziniert. Es geht um die Frage: „Warum wurde der Großvater Edmund Stoibers, Joseph Zimmermann, kurz vor der Jahrhundertwende wirklich über die Weißwurstgrenze nach Dormagen geschickt?“ Eine mögliche Antwort wird gleich mitgeliefert: „Sollte er als renommierter bayrischer Braumeister tatsächlich in der damaligen Dormagener Actien-Brauerei auf dem Höhenberg nur an der Verfeinerung des dort gebrauten Bieres mitwirken? Oder war er in geheimer Mission von Prinzregent Luitpold von Bayern gesandt worden, um die Rezeptur des Bieres so zu verändern, dass daraus bayrisches Weißbier entstehen sollte, welches den rheinischen Biermarkt zerstören würde?“ Ob ihm ein fataler Fehler unterlaufen sein könnte, so dass er kein Weißbier, sondern leckeres Kölsch „erfand“, vermuten die Theatermacher einen möglichen Grund dafür, dass es Stoibers Opa vorzog, in Dormagen zu bleiben...

Manfred Fiedler war als Kommissar auch schon am Rhein unterwegs... Foto: Kammertheater

Auch die Haupt-Story hat es in sich: Als Bröckelmeyer eine Kiste mit Geheimdokumenten aus Köln nach Dormagen bringen soll, ist ihm nicht bewusst, wie brisant das Material ist. In der Annahme, die mit einem „d!“ gekennzeichnete Kiste sei für Düsseldorf bestimmt (dessen Stadtlogo „:D“ ist), will er mit der Zonser Fähre auf die andere Rheinseite. Zuerst kehrt er jedoch im Fährhaus ein, um sich mit einem Kölsch zu stärken. Zeitgleich trifft Altbiererbin Donata Frankenstein ein. „Was das alles mit Edmund Stoiber zu tun hat, wird allen nach und nach auf unheimliche Weise klar“, versprechen Misiorny und Müller.

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