Kammerchor an der Basilika Knechtsteden tritt mit dem Kamerkoor Limburg auf.

Konzert in Knechtsteden : Zwei Kammerchöre bereiten wohlige Gänsehaut-Momente

„Wir wünschen Ihnen viele Gänsehaut-Momente.“ Wenn das keine neugierig machende Aussage ist! Zu Gast im Kloster Knechtsteden war am Sonntag der „Kamerkoor Limburg“ unter der Leitung des Kerkrader Dirigenten Dion Ritten.

Dieser Projektchor hatte neben der einen Programmhälfte die Moderation in Deutsch übernommen. Den anderen Part bestritt der heimische „Kammerchor an der Basilika Knechtsteden“ unter der gewohnt temperamentvollen Leitung von Bert Schmitz.

Beide Ensembles griffen tief in ihr Repertoire. Dabei kamen außergewöhnliche geistliche Gesangstücke aus fünf Jahrhunderten zum Vortrag. Das forderte dem Publikum höchste Aufmerksamkeit ab, wobei ein kritischer Punkt nicht ausgelassen werden darf: der unmittelbar am Ende jedes Auftritts einsetzende Beifall. Nicht einmal das Ausklingen wurde abgewartet, und vom Auf-sich-wirken-lassen des Textes konnte keine Rede sein. Eine kurze Ansage, den Applaus auf das Ende des Konzerts zu legen, hätte genügt.

Geistlicher Gesang von solcher Qualität findet sich immer häufiger in diesem altehrwürdigen Sakralbau. Die Limburger, überwiegend weiblich besetzt, entzückten mit homogenem Klangkörper, und die heimischen Sänger und Sängerinnen standen ihnen in nichts nach. Eine willkommene Zugabe waren acht junge Mädchen, „The Soundstars“, die mit den angelsächsischen Songs „Lights and Shadows“ und „Wings“ eine gerüttelte Portion niederländische Lockerheit ins Klingen brachten. Wunderbar passend im Knechtstedener Brennpunkt der Mission war ein African traditional („Baba Yetu“), gesungen vom Solisten Jos Daemen und dem Chor und begleitet von Wim Bodelier auf dem Instrument Djembee.

Auf die verheißene Gänsehaut musste also nicht lange gewartet werden. „Jubilate Deo“ von Halmos László trug dazu bei, ebenso „Hebe deine Augen auf“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Bei allen Stücken verschmolz der zu Stein gewordene Geist der Innenarchitektur unversehens mit den herrlichen Gesängen. Sogar Weihnachtliches klang an. Alles war beglückend, nachdenklich stimmend, schön. Ein Ereignis!

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