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Dormagen: Kämpfer für Benachteiligte

Dormagen : Kämpfer für Benachteiligte

Der Sozialverband VDK kümmert sich vor allem um die Belange behinderter Menschen. Hubert Broich und Ernst-Hubert Mengden haben der NGZ die Arbeit des VDK Dormagen vorgestellt.

Wenn Hubert Broich, Ortsverbandsvorsitzender des VdK in Dormagen, und sein Stellvertreter Ernst-Hubert von Mengden sich und ihr Ehrenamt vorstellen, müssen sie oft ein Missverständnis aus dem Weg räumen. Der Sozialverband VdK wird nämlich häufig verwechselt mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK).

Beide Vereinigungen sind in der Nachkriegszeit gegründet worden, der VdK jedoch mit völlig anderer Ausrichtung als "Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands". Heute liegt der Fokus allgemein auf den Interessen behinderter Menschen, die der VdK gegenüber Politik und Sozialgerichten vertritt. "Die kümmern sich um die Gräber, wir kümmern uns um die Lebenden" bringt es Broich auf den Punkt.

Die meisten Mitglieder kommen zum Verband, weil sie Hilfe dabei brauchen, einen Antrag auf Anerkennung ihrer Behinderung zu stellen. "Viele kennen die gesetzlichen Grundlagen nicht und wissen nicht, was ihnen zusteht", erklärt von Mengden. Andere wenden sich erst an den VdK, weil der Antrag abgelehnt oder die Behinderung nur in Teilen anerkannt worden ist. Auch dann helfen die Ehrenamtler, Widerspruch einzulegen und notfalls vor Gericht zu gehen. Oft führen lediglich fehlende Unterlagen zu Ablehnung. Können die Dokumente nachgereicht werden, folgt in der Regel auch die Anerkennung: "Hier im Kreis legen wir im Schnitt rund 400 Widersprüche im Jahr ein. 90 Prozent davon werden anschließend positiv beschieden", erklärt von Mengden. Im kommenden Jahr will der Vorstand einmal monatlich eine allgemeine Rechtsberatung im Dormagener Rathaus anbieten. Hubert Broich kennt sich mit rechtlichen Vertretungen gut aus: Jahrelang war der Pensionär als Betriebsrat bei der Firma Hydro tätig. Sein Stellvertreter kennt das Geschäft des VdK immerhin seit 15 Jahren. "Meine Frau ist seitdem Mitglied und ich wollte nicht immer nur als nicht stimmberechtigter Gast auftreten", erinnert sich von Mengden. Neben rechtlichen Belangen kommen aber auch der soziale Aspekt und das Gesellige nicht zu kurz. Die Weihnachtsfeier zählt ebenso dazu wie Krankenbesuche oder der Seniorenkaffee. Einmal im Jahr bietet der Verband einen Ausflug an. Im Frühjahr ist eine Fahrt zur Bundesgartenschau nach Koblenz geplant.

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Die Vorbereitungen sind nicht einfach. Alle Wege und Räumlichkeiten müssen barrierefrei und Behindertentoiletten vorhanden sein. "Ich fahre meist vorher hin und schaue, wie es vor Ort aussieht", erklärt Broich. Am beliebtesten sind Schiffstouren auf dem Rhein. "Dann sind die Leute glücklich", weiß Broich.

(NGZ)