Kabeldiebe sorgen bei Dormagen für Zugverspätungen

Zwischen Dormagen und Köln : Kabeldiebe sorgen für Zugverspätungen

Der Zugverkehr zwischen Dormagen und Köln ist am Montag erheblich gestört worden. Grund dafür sind Kabeldiebe, die bei Longerich drei jeweils einen halben Meter lange Kabel herausgeschnitten haben.

Vandalismus und Diebstahl haben den Bahnverkehr zwischen Dormagen und Köln am Montag zum Teil erheblich gestört. Betroffenen waren nach Angaben der Deutschen Bahn die Linien RE 6, S 6 und S 11.Vorangegangen war eine Straftat am Sonntag Abend. Die Bundespolizei stellte gegen 18.30 Uhr fest, dass an den Gleisen in Höhe von Longerich Unbekannte Kabel entwendet hatten. Nach bisherigen Erkenntnissen sind es drei jeweils etwa einen halben Meter lange Stücke. Die Bahn geht davon aus, dass es mindestens zwei Täter gewesen sein müssen.

Die Beute waren Erdkabel. Die Unbekannten haben offenbar einen Schacht an den Gleisanlagen geöffnet und dort die Kabel herausgeholt und zerschnitten. Dabei handelt es sich unter anderem um ein Signal- sowie um ein Achsenzählerkabel. Nach Aussagen der Bundespolizei reichen Tätern oft schon kleinere Kabellängen, bei denen es sich lohnt, sie zu verkaufen. In diesem Fall sorgten die Unbekannten für reichlich Nachwirkungen, denn für viele Bahnkunden, die auf dieser Strecke unterwegs sind, bedeutete der Fall eine verspätete Ankunft im Büro. „Es gibt Verspätungen und Teilausfälle“, so eine Bahn-Sprecherin. Beim RE 6, der von Köln/Bonn-Flughafen kommend über Dormagen, Neuss und Düsseldorf bis nach Minden fährt, „kann es zu Änderungen im Zuglauf kommen“, so die Sprecherin. Die Züge der S 11 aus Richtung Düsseldorf Flughafen enden und und beginnen in Köln-Mülheim. Für diese Linie wurde ein Ersatzverkehr eingerichtet. Aufgrund der Störung fuhren die Bahnen auf „Befehl“, wie es im Bahn-Terminus heißt. Das bedeutet, dass die Zugführer vom Fahrdienstleister angewiesen werden. Das bedeutete in der Praxis, dass die Bahnen deutlich langsamer als üblich unterwegs waren und auch daraus Verspätungen resultierten.

Die Bahn hat am Montag einen Schienenersatzverkehr eingerichtet und sprach davon, dass die Arbeiten an den Kabeln bis zum Nachmittag, „eventuell bis in den Abend hinein dauern können“. Denn die Reparaturarbeiten sind kompliziert. Eins der betroffenen Kabel ist ein 64-strahliges Kabel. „Jeder einzelne Strahl muss identifiziert, durchgemessen und verbunden werden“, erklärte die Sprecherin.

Den letzten spektakulären Fall von Kabeldiebstahl in der Region hatte es vor anderthalb Jahren gegeben. Damals kam es zu stundenlangen Zugausfällen in beiden Fahrtrichtungen auf der Bahnstrecke Köln-Ehrenfeld – Pulheim bzw. Pulheim – Köln-Ehrenfeld. Unbekannte hatten damals sowohl im Bereich Rommerskirchen als auch bei Köln-Bocklemünd mehrere hundert Meter Metallseile gestohlen