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Dormagen: Junger Techniker startet Politik-Karriere

Dormagen : Junger Techniker startet Politik-Karriere

Seit vergangenem Freitag ist Jens Annas neuer Vorsitzender der Jungen Union. Der Ineos-Angestellte hat sich vorgenommen, an Schulen dafür zu werben, dass Schüler mehr an Computer-Programme herangeführt werden.

Vor drei Jahren ist Jens Annas erst der Jungen Union beigetreten, er rückte bald in den Vorstand und dort ins Amt als Schatzmeister. Seit vergangenem Freitag ist der 21-Jährige nun Vorsitzender der Nachwuchsorganisation der CDU. Eine kurze, aber schon beachtliche politische Laufbahn des Rheinfelders.

Was das heißt, bekommt der hochgewachsene Mann täglich zu spüren: "Es ist schon erstaunlich, wie viele E-Mails mich auf einmal erreichen." Mittwochabend ist er Gast einer Vorstandssitzung des Stadtverbandes, am Wochenende fährt er mit einer Gruppe nach Berlin, wo er dem gastgebenden Bundestagsabgeordneten und CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe begegnen wird. Wer sich wie auf dem kommunalpolitischen Parkett bewegt, will Annas zunächst einmal beobachten und die vorhandenen Strukturen kennenlernen. Ein Lautsprecher ist der junge Mann nicht, aber jemand, der die JU-Positionen klar nach außen hin vertreten will.

Seiner Vorgängerin im Amt, Alana Schiffer, die nun für die CDU in den Stadtrat will, ist es zu verdanken, dass Jens Annas sich politisch engagiert. "Sie hat mich an Karneval vor drei Jahren angesprochen, ob ich mich nicht politisch engagieren möchte." Gefragt, getan. Auf der nachfolgenden Jobbörse unterschrieb er den Mitgliedsantrag. "Nur mir Meckern erreicht man nichts. Da ist nicht meine Sache", sagt er. "Ich will mich lieber einbringen und sehen, was ich konkret tun kann, um ein Problem zu lösen." Eine Haltung, die bei ihm auch im Beruf gefordert wird. Annas arbeitet als Prozessleittechniker bei Ineos. Wenn in Anlagen rote Warnlampen blinken, ist er gefordert, der Sache auf den Grund zu gehen. Durch seinen Vater Ralf, der auch bei Ineos beschäftigt ist, wurde ihm schon früh ein technisches Verständnis vermittelt. So ist auch zu erklären, dass das Thema Computer ein Schwerpunkt der JU-Arbeit in diesem Jahr sein soll. "Wir möchten Programme wie Excel und Word früher an Schüler heranbringen", sagt er. Es reicht nicht, wenn in den Schulen Computer stünden, aber die Programme nicht gekonnt werden. "Nur locker im Internet herum surfen, das ist zu wenig. Es gibt Programme, die sind im Beruf unverzichtbar und diesem Thema sollten sich Schulen stellen." Ein anderer Bereich sind die Wahlkämpfe und die Unterstützung der Kandidaten — traditionell auch eine JU-Aufgabe.

Jens Annas kündigte schon an, seinen Beisitzer-Posten im Kreisvorstand der JU abzugeben, er will sich auf die JU in Dormagen konzentrieren, zumal er als Vorsitzender ohnehin kooptiert ist. Beendet hat er bereits ein anderes Engagement: als Hobby-Tänzer in der Tanzschule. "Da fehlt mir dann doch wohl die Zeit", sagt er. Seine Fähigkeiten als Standardtanz-Experte wird er aber weiterhin zumindest in Schützenzelten unter Beweis stellen, denn der 21-Jährige ist begeisterter Schütze in der Hubertuskompanie Zons. Ebenso wie sein Vater Ralf, den Jens als sein Vorbild bezeichnet: "Er ist ein Mensch, den jeder mag und der von vielen geschätzt wird. Darauf bin ich stolz."

(NGZ/ac)