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Dormagen: Junge Union greift CDU-Bürgermeister Hoffmann an

Dormagen : Junge Union greift CDU-Bürgermeister Hoffmann an

Der Vorstand der Jungen Union entschuldigte sich für den "vielleicht zu scharfen Ton", nimmt aber nichts zurück.

Die Ankündigung von Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann, vorzeitig den Weg freizumachen für die gemeinsame Rats- und Bürgermeisterwahl und sich als CDU-Kandidat bewerben zu wollen, sorgt vor allem parteiintern für Wirbel. Die Stimmen der Jungen Union (JU) wird er am 25. Mai womöglich nicht erhalten. Eine entsprechende Empfehlung formuliert jetzt der geschäftsführende Vorstand der JU in einem Brief an Stadtverband, Fraktion und Wahlkreisbewerber. JU-Vorsitzender Jens Annas spricht von einer "geringen Wertschätzung" durch den Bürgermeister. Gestern ruderte die JU-Führung zurück und entschuldigte sich bei Hoffmann für den "vielleicht zu scharfen Ton".

Hintergrund ist laut JU ein Gespräch zwischen Hoffmann und dem JU-Vorstand im Vorfeld der CDU-Fraktionssitzung am Donnerstag. Darin habe Hoffmann, so die Darstellung der JU, auf Nachfrage von Geschäftsführer Michael Buchartz erklärt, dass er noch weitere Bedenkzeit benötige und sich noch nicht entschieden habe, ob er die Frist zum vorzeitigen Rücktritt nutzt. "In der unmittelbar nach dem Gespräch folgenden Sitzung der Großen Fraktion verkündete der Bürgermeister die Zusammenlegung der beiden Wahlen", so Annas, JU-Vize Daniel Samardzic und Buchartz. "Die Entscheidung des Bürgermeisters muss bereits bei unserem Gespräch klar gewesen sein." Das JU-Trio empfinde die Aussage Hoffmanns, dass er noch Zeit benötige, als "dreiste Lüge und als Missachtung der Bedeutung der JU innerhalb der CDU". In dem Schreiben der JU heißt es, dass "bei einer solch geringen Wertschätzung" Hoffmann als Kandidat nicht mehr tragbar sei. Das Trio empfiehlt offen den JU-Mitgliedern und JU-Ratskandidaten, Hoffmann bei seiner Kandidatur nicht zu unterstützen.

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Mehr noch: "Wir möchten alle Mitglieder der CDU dazu aufrufen, aufgrund dieser Ereignisse eine Unterstützung des amtierenden Bürgermeisters als Bürgermeister-Kandidat zu überdenken." Parteivorsitzender André Heryschek: "Das ist sicherlich nichts, was man in der Öffentlichkeit austrägt. Wir werden die Differenzen intern klären." Bürgermeister Hoffmann stellte den von der JU "unzutreffend" geschilderten Verlauf aus seiner Sicht dar. "Ich habe dort deutlich gemacht, dass die Fraktion und nicht die JU das richtige Gremium ist, um Entscheidungen zu verkünden. Und die Bedenkfrist endet mit der Vorstellung vor der Fraktion." Hoffmann äußerte Verständnis dafür, "dass junge, engagierte Leute über die Stränge schlagen, das nehme ich ihnen nicht übel."

(NGZ)