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Serie Mein Erstes Schuljahr: Julia tanzt begeistert mit "Puschelinis"

Serie Mein Erstes Schuljahr : Julia tanzt begeistert mit "Puschelinis"

Die Redaktion begleitet Julia Fahrenkamp stellvertretend für alle anderen Erstklässler durch ihr erstes Schuljahr. Jetzt trat sie am Ende der Projektwoche an der Regenbogenschule mit dem "Kölner Schulcircus" zum ersten Mal auf.

Statt Mathematik, Rechtschreibung oder Religion standen für Julia Fahrenkamp und ihre Mitschüler der Regenbogenschule eine Woche lang Kunststücke auf dem Stundenplan. In einem Zirkusprojekt lernten sie mit den Sportlern und Pädagogen des "Kölner Spielecircus", wie menschliche Pyramiden gebaut werden, farbige Tücher gekonnt durch die Luft jongliert werden oder was den Humor eines Clowns ausmacht. Am Freitag hieß es dann: "Manege frei im Regenbogen-Zirkus". In zwei Vorstellungen präsentierten sie den stolzen Geschwistern, Eltern und Großeltern, was sie gelernt haben.

Bevor es soweit war, wurde noch kräftig geübt. "Wir sind über Glasscherben gelaufen und haben auf Nägeln gestanden. Außerdem haben wir gelernt, wie man die bunten Plastikteller auf einem Stab dreht, ohne dass sie herunter fallen", berichtet Julia, und ihre Augen leuchten. Gemeinsam mit ihren Eltern hat sie bereits eine Zirkusvorstellung besucht und das Können der Akrobaten hat sie nachhaltig beeindruckt: "Das ist toll, was die alles können. Ein Mann vom Zirkus hat ganz viele Stühle übereinandergestapelt und auf seinem Kinn balanciert", beschreibt Julia. Das hat sie in der Projektwoche zwar nicht ausprobieren können, doch hat sie einmal mehr entdeckt, was ihr am meisten Freude bereitet: das Tanzen. Mit vier anderen Mädchen und einem Jungen bildete sie die "Puschelinis" und studierte einen mitreißenden Cheerleader-Tanz ein.

"Sie haben Talent"

Gemeinsam mit Musiklehrerin Veronika Mrosek übten die Schüler immer wieder die Tanzschritte, wackelten an der richtigen Stelle mit ihren Puscheln und hatten großen Spaß: "Ich bin ganz begeistert von den kleinen Cheerleadern. Sie machen das wirklich gut — sie haben Talent", sagte Mrosek.

Kurz vor der Aufführung konnte Julia es nicht mehr verbergen: "Ich freue mich total auf den Auftritt, aber ein bisschen nervös bin ich auch — obwohl ich das schon aus dem Kindergarten kenne, etwas aufzuführen", gibt sie zu, bevor sie sich zu den anderen Puschelinis in die Turnhalle setzt, um den letzten Ratschlägen der Mitarbeiter des Spielecircus zu lauschen. "Wenn wir zum Abschluss das Zirkuslied gemeinsam gesungen haben und die Zuschauer applaudieren, lauft ihr nicht gleich weg. Genießt den Applaus, denn er gehört euch." Bis Julia ihren Applaus in Empfang nehmen konnte, hieß es aber zunächst: Zurücklehnen und die Show genießen. Die kleinen "Puschelinis" durften im Finale die Puschel zu "Upside down" schwingen und die Gäste begeistern. "Die Kinder machen das genial", sagt auch Schulleiterin Sylva Zerr. "Die Projektwoche mit dem Spielecircus ist eine tolle Sache. Wir lernen die Kinder von einer ganz anderen Seite kennen — ohne die Einnahmen aus dem Sponsored Walk und die Hilfe der Lehrer und Eltern hätten wir die Aufführungen aber nicht stemmen können."

Soziales Lernen, Team-Geist und das Überwinden von Ängsten sind wichtige Faktoren beim Projekt. Spielerisch loten die Schüler ihre Grenzen aus und überwinden sie scheinbar mühelos. Auch Julia war stolz nach ihrem Auftritt. "Jetzt können wir die Puschel abgeben und zufrieden nach Hause gehen", sagt ihre Mutter Nicole Fahrenkamp.

(NGZ)