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Jugendliche gestalten Kommunalpolitik in Dormagen: #lifehackpolitik

Im Ratssaal Dormagen : Jugendliche diskutieren mit dem Bürgermeister über Politik

Im Rahmen von „#lifehackpolitik“ berichtete Erik Lierenfeld über seine Arbeit als Bürgermeister von Dormagen und seinen Werdegang.

Was macht ein eigentlich ein Bürgermeister? Darauf gab Dormagens Verwaltungschef Erik Lierenfeld in der vergangenen Woche ausführlich Auskunft. Im Rahmen des kommunalpolitischen Praktikums, das unter dem Namen „#lifehackpolitik – mitmachen, verstehen, gestalten“ läuft, stellte Lierenfeld vor rund 70 Jugendlichen im voll besetzten Ratssaal seine Arbeit vor und stellte sich den persönlichen Fragen der Schüler. Als Lifehacks werden übrigens Kniffe bezeichnet, die das Ziel haben Probleme zu lösen und den Alltag zu erleichtern.

„Toll, dass so viele hier in ihrer Freizeit so intensiv dabei sind“, sagte Lierenfeld. Nach dem „Speed Debating“ und dem „Maschinenraum Kommunalpolitik“ Anfang Februar war das Kennenlernen der Aufgaben des Ersten Bürgers der dritte von sechs Bausteinen von „#lifehackpolitik“, wie Julia Stöcker, die Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt Dormagen ausführte: „Es folgen noch Besuche bei Ratsfraktionen, die Ratssitzung am 26. Februar und das Finale am 9. März, bei dem sich die Jugendlichen selbst als Politiker ausprobieren können.“ Gemeinsam mit Jugendlichen hatte Stöcker das Projekt vorbereitet. Es gehört zum umfassenden Konzept „Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Dormagen“, das Julia Stöcker dem Jugendhilfeausschuss im November 2018 vorgestellt hatte. Bereits zwei Jahre zuvor hatten CDU (Kommunalpolitisches Praktikum) und SPD (Jugendparlament) mit zwei Anträgen für eine bessere Partizipation für Jugendliche geworben.

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Mit einem kurzen Video zeigte Lierenfeld seinen Arbeitstag, der meist um 7 Uhr beginnt und oft bis 21 Uhr dauere. Überhaupt wurde den Jugendlichen klar, dass Verwaltungschef kein einfacher Beruf ist, sondern zeitaufwendig und anstrengend, aber auch abwechslungsreich: „Das Schöne ist, ich helfe Menschen, jeden Tag.“ Der 32 Jahre alte Lierenfeld, seit fast fünf Jahren Bürgermeister, ging auch auf seinen Werdegang ein. Früh engagierte er sich für andere, ob als Streitschlichter oder Schülersprecher, in Vereinen und in der Politik: „Diskutieren und Kompromisse finden – das hat mir immer schon Spaß gemacht“, sagte er, der die SPD als „richtige Partei für mich“ bezeichnete. Auch vermeintliche Rückschläge seien lehrreich. „Karrieren kann man nicht planen, sich nur auf den Weg zu einem Ziel machen“, betonte Lierenfeld.

Als Bürgermeister müsse er das zwischenmenschliche Leben für 65.000 Einwohner organisieren. „Meine Aufgaben sind es, die 1200 Mitarbeiter im Stadt-Konzern zu führen, die Stadt zu repräsentieren und Ratssitzungen vorzubereiten und zu leiten.“ Engagiert stellten die Jugendlichen viele Fragen – und erhielten Antworten, auch zur Bundes- und Landespolitik, wobei sich Lierenfeld erneut als Gegner der Bundes-GroKo bezeichnete. Er riet den Jugendlichen, anderen zuzuhören und sich nicht abwimmeln zu lassen: „Lösungen finden und anderen gern helfen, sind gute Voraussetzungen für einen Politiker.“ Carina Wernig