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Dormagen: Jugendliche engagiert als Sanitäter in der Schule

Dormagen : Jugendliche engagiert als Sanitäter in der Schule

Sie kleben Pflaster und retten manchmal sogar Leben: Am Norbert-Gymnasium Knechtsteden haben Schulsanitäter lange Tradition. Jetzt haben neun neue "Sanis" ihren Dienst begonnen.

Sie kleben Pflaster und retten manchmal sogar Leben: Am Norbert-Gymnasium Knechtsteden haben Schulsanitäter lange Tradition. Jetzt haben neun neue "Sanis" ihren Dienst begonnen.

Wie sehr die Helfer in den Schulalltag integriert sind, zeigt eine Kleinigkeit: "Sanis" werden die Nothelfer von Schülern und Lehrern am Norbert-Gymnasium ganz selbstverständlich gerufen. Neun Jugendliche haben in dieser Woche diesen Dienst begonnen, um ihre Mitschüler bei kleineren und größeren Blessuren versorgen zu können.

"Meine Motivation ist, Menschen helfen zu können", sagt Tanja Munnecke, die zu den neuen Schulsanitätern gehört. Jetzt habe die Neuntklässlerin das Wissen, um eingreifen zu können, wenn ein Notfall eintritt. Das beschränke sich nicht nur auf den Schulalltag. Auch in der Freizeit seien die Kenntnisse nützlich — zum Beispiel, wenn sich jemand auf dem Fußballplatz verletzt. Gemeinsam mit ihren acht Mitstreitern hat die 15-Jährige 42 Unterrichtseinheiten zum Thema Erste Hilfe durchgearbeitet. Und das freiwillig außerhalb der Schulzeit. "Die Ausbildung war vielseitig", sagt Michael Modemann, der ebenfalls zu den neuen Schulsanitätern gehört. Sogar das Thema Geburt sei behandelt worden, berichtet der 15-Jährige.

Im Schulalltag werden die neuen Sanitäter überwiegend mit weniger schwerwiegenden Dingen zu tun haben, sagt Lehrer Timo Müller, der einen Teil der Ausbildung geleitet hat und das Projekt betreut. Dabei würden die Schüler eine große Verantwortung tragen. "Sie werden bei Notfällen gerufen und entscheiden, ob ein Notarzt verständigt werden muss oder nicht", erklärt der Pädagoge.

Es vergehe selten ein Tag ohne einen Einsatz für die Schulsanitäter, so Müller. Erst kürzlich sei jemandem im Sportunterricht die Kniescheibe herausgesprungen. Auch einer der schuleigenen Defibrillatoren — ein Schockgeber, der bei Herzproblemen eingesetzt wird — habe bereits benutzt werden müssen. Einen großen Teil dieses Spezialwissens haben die Schüler von Ralf Peters, Leiter Ausbildung bei den Maltesern Dormagen, gelernt. Ehrenamtlich hat er die Neuntklässler in "Erweiterter Erste Hilfe" unterrichtet.

Insgesamt gibt es am Norbert-Gymnasium 17 Schulsanitäter. Damit sie im Ernstfall erreicht werden können, haben die Schüler, die in Bereitschaft sind, ein Funkgerät, das sie mit in den Unterricht nehmen. Wird ihre Hilfe gebraucht, kann das Sekretariat sie anfunken.

(NGZ)