Jugendhilfezentrum Dormagen: Raphaelshaus-Bunker als Erinnerungsstätte

Jugendhilfezentrum in Dormagen : Raphaelshaus-Bunker als Erinnerungsstätte

Zum zweiten Mal wurden Freunde des Raphaelshauses als Dankeschön zu einem „Bunten Abend“ eingeladen. Das Jahresprojekt der Turnhallen-Sanierung „liegt gut im Zeitplan“, so Direktor Gillrath. Er hofft, dass die Schüler im Herbst die neue Halle wieder nutzen können.

Zum zweiten Mal wurden Freunde des Raphaelshauses als Dankeschön zu einem „Bunten Abend“ eingeladen, den Raphaelshauschor, Helen-Keller-Gruppe, Jean-Luca, der sich das tolle Klavierspielen selbst beigebracht hat, und Schüler der Raphaelschule gestalteten. „Uns sind alle wichtig: die Jugendlichen, die Pädagogen, die Freunde und die Spender“, betonte Direktor Marco Gillrath zu Beginn der unterhaltsamen Vorführungen im Jugendhilfezentrum.

Das Jahresprojekt der Turnhallen-Sanierung „liegt gut im Zeitplan“, so Gillrath, der hofft, dass die Schüler im Herbst die neue Halle wieder nutzen können. Ein weiteres Vorhaben, der Ausbau des großen Weltkriegs-Bunkers zu einer Erinnerungsstätte, in der die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten thematisiert wird, ist ebenfalls in Vorbereitung, wie Gillrath erläuterte: „Wir haben Anfang des Jahres ein Toleranz-Projekt begonnen, das sich gegen Hass und Gewalt ausspricht und Minderheiten schützt. Politische Bildung ist wichtig.“ In dem „wiederentdeckten“ Bunker sollen in den vier großen Schutzräumen auch Schulen und Gruppen aus Dormagen die geplanten Schwerpunkte erkunden: Filme können gezeigt werden, in einem Raum soll dargestellt werden, wie jüdische Kinder im Raphaelshaus lebten, im nächsten, wo heute noch Jugendliche unter Krieg und Gewalt leiden und der vierte ein Ausstellungsraum sein. Nachdenklich stimmte die Besucher des „Bunten Abends“ auch der ergreifende Beitrag der Otmar-Alt-Klasse, die das Leben des jüdischen Jungen Rudolf Euteneuer, der eine Zeitlang im Raphaelshaus lebte und 1942 im Arbeitslager ermordet wurde, darstellte.

Fröhlich war die Zirkusvorführung der Helen-Keller-Gruppe und die Lieder, die die kleinen und größeren Kinder des Raphaelshauschors unter der Leitung von Horst Herbertz am Flügel sangen: Neue geistige Lieder („Immer hinter Jesus her“ von Arne Kopfermann), aber auch Coldplay und Robbie Williams. Unterstützt wurden die Sänger von Simon Schlömer an der Gitarre, der seinen Vater Willi Schlömer als Mischpult-Techniker verpflichtet hatte. Am Cajon sorgte der Betreuer des Chores, Burkhard Foppe, für den richtigen Rhythmus, während seine schwangere Kollegin Sonja Hannappel noch mal verabschiedet wurde. Fabian Carbone ist ihr Nachfolger.

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