Jugendchor aus Dormagen Chor „VoiceOver“ begeistert mit Experiment

Dormagen · Drei Konzerte „Mixtape“ des Jugendchors mit Beatboxer, ungewöhnlichen Klängen und Rhythmen.

Es war gleich in mehrerer Hinsicht ein Experiment – und es ist vollkommen geglückt: Der Jugendchor „VoiceOver“ des Chorhauses St. Michael hat mit seinen Konzerten „Mixtape“ in der Kulle drei Mal die Besucher begeistert.

Und das obwohl – oder gerade weil – mit dem Beatboxer RoxorLoops, der unglaubliche Rhythmen und Töne nur mit Mund und Stimme produzierte, und Sängerin Jasmin Rose mit spirituell-orientalischen Klängen zwei ungewöhnliche Stile Einzug ins Repertoire des Jugendchors hielten, die für Gänsehaut-Momente und jubelnde Zuschauer sorgten. Ebenso war es ein Wagnis, gleich mehrere aus dem Kinderchor herausgewachsene Nachwuchskräfte in das Konzert einzubauen. Auch das gelang, da auch das Publikum erkennbar um die „Neuen“ wusste und bei dem ein oder anderen schiefen Ton eher den Mut bewunderte, in so jungen Jahren ein Solo vor 200 Zuschauern anzustimmen. Vor allem, da das acappella ohne führende Instrumentenhilfe geschah – bis auf einige Passagen mit Flügelbegleitung und den akkuraten Rhythmus des Beatbox-Vize-Weltmeisters. Auch dass eher ungewöhnliche Lieder ausgewählt wurden, klappte hervorragend. Wie die Chorleiter Lisa Meier und Felix Schirmer erläuterten, sollte das „Mixtape“ eben auch Lieder enthalten, die die 40 Jugendlichen im Altern von elf bis 17 Jahren selbst hören wie das toll gesungene „Fix you“ von Coldplay. Dass die ausgesuchten Lieder im Fall von „Farben“ des Rappers Kontra K (mit tollem Solisten Nicolas Neher) und „Can’t feel my Face“ von The Weekend auch die Themen Armut und Drogen nicht ausklammerte, war gewollt und wurde gut erklärt. Dort zeigte sich bereits das gute Zusammenspiel von Leonie Herbertz und Simon Schlömer, die nach der Pause zusammen mit Sängerin Jasmin und Beatboxer Roxor, die Felix Schirmer nach Dormagen geholt hatte, brillierten.

Das Spiel von „VoiceOver“ mit Tönen und Stimmen, mit Lautstärke und Ausdruck war phänomenal – und auf den Punkt, nach der Pause steigerte es sich zum beeindruckenden Finale. Sehr hörenswert.

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