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Dormagen: Jugend übt Demokratie

Dormagen : Jugend übt Demokratie

Es ist der zweite Versuch, ein Jugendparlament in der Stadt zu installieren. Bereits Anfang der neunziger Jahre gab es eins. Tamina Kuhnert und Timo Kyrmanis sind Mitglieder des neuen. Sie erzählen, was ihnen daran gefällt.

Für Tamina Kuhnert wird Politik, besonders die in ihrer Stadt, einfach greifbar im Jugendparlament. Deshalb ist die 15 Jahre alte Schülerin des Norbert-Gymnasiums auch Mitglied, und auf dem politischen Parkett schon fast zu Hause. Schließlich saß die Stürzelbergerin bereits im Kinderparlament, und hat dort an den damaligen Bürgermeister Heinz Hilgers einen Brief geschrieben, mit der Frage, was für die Graffiti-Künstler getan werden könne. Die Folge: ein Graffiti-Projekt, dessen Ergebnisse auch heute noch bewundert werden können.

Auch im Jugendparlament möchte Tamina etwas bewegen, ebenso wie ihr "Kollege" Timo Kyrmanis. Der 16-Jährige, der die Hackenbroicher Realschule besucht, ist mittlerweile sogar einer der 20 Delegierten des nordhein-westfälischen Jugendrats mit Vertretern aller Jugendparlamente, -foren oder -treffs. Und einer Sache ist er sich sicher: "Wir haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Landesregierung die Kopfnoten abgeschafft hat."

Kopfnoten sind nun nicht das Thema der nächsten und dann schon vierten Sitzung des Dormagener Jugendparlaments. Auf der Tagesordnung stehen die neuen Pläne für den Bahnhof sowie das Thema "Hallenbäder". "Vielleicht kommen noch andere Themen hinzu", sagt Klaus Güdelhöfer, Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros, der die Sitzungen koordiniert und die Einladungen verschickt. "Dieses Mal habe ich ein Antragsformular hinzugefügt, so dass die Mitglieder vorschlagen können, worüber sie noch sprechen möchten."

Ungefähr 80 Adressen hat Güdelhöfer in seiner Kartei, alle von Schülern, die von den weiter führenden Schulen als Kandidaten fürs Jugendparlament genannt worden sind. "Natürlich kommen nie alle. Doch zwischen 25 und 40 Teilnehmer sind regelmäßig dabei", berichtet er. Und dass, was die Jugendlichen da Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann erzählen, stößt nicht auf taube Ohren. Beispiel: Jugendzentren. "Darüber haben wir in der zweiten Sitzung gesprochen", erzählt Tamina, "und moniert, das es für uns zu wenig Freizeitmöglichkeiten gibt." In der kommenden Sitzung kamen die Leiter der jeweiligen Treffs, stellten ihr Programm vor und verteilten fleißig Flyer. "Außerdem wird im Unterausschuss Jugendhilfeplan zurzeit über die Konzeption der Jugendtreffs gesprochen", sagt Güdelhöfer und betont, dass Besucher schon angemerkt hätten: "Im Jugendparlament geht es oft konzentrierter zu als bei mancher Stadtratsitzung".

Zwei Sitzungen des Parlaments soll es pro Jahr geben. Sie werden mitgeschnitten und anschließend protokolliert.

(NGZ)