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Dormagen: Jugend-Förderprojekt soll weiter laufen

Dormagen : Jugend-Förderprojekt soll weiter laufen

Politik: Die Stadt soll erneut Mittel für benachteiligte junge Menschen aus dem Europäischen Sozialfonds beantragen.

Die Einen schwänzen wochenlang unentschuldigt den Unterricht, Andere sind zwar im Klassenraum anwesend, fallen aber nur durch Stören auf. Wieder Andere fehlen zwar entschuldigt, aber so oft, dass es nicht mehr nachvollziehbar ist. Formen der Schulverweigerung gibt es viele, und die Folgen für die Jugendlichen sind meistens gravierend. Denn schnell sind sie von einer normalen beruflichen Entwicklung abgekoppelt, fehlen ihnen die Perspektiven. Oft sind es allerdings auch schwierige familiäre Rahmenbedingungen und soziale Benachteiligungen, die dazu beitragen, dass die jungen Leute Probleme im Alltag bekommen. In Dormagen möchte man frühzeitig gegensteuern. Seit 2015 nimmt die Stadt am Projekt "Jugend stärken im Quartier" teil, und die Politiker im Jugendhilfeausschuss sprachen sich jetzt dafür aus, sich auch für die Jahre 2019 bis 2022 um die Teilnahme und die damit verbundene finanzielle Förderung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zu bewerben.

Angelika Fernhomberg und Cosima Nauroth von der Stadt (Jugend- und Sozialförderung/Integrierte Sozialplanung) sowie Brigitte Golob (Bildungszentrum Niederrhein) hatten im Jugendhilfeausschuss Zwischenbilanz gezogen und deutlich gemacht, dass eine Fortführung des Projektes und die Bewerbung zur Teilnahme an der Förderphase II aus ihrer Sicht sinnvoll ist. Unterstützt werden junge Menschen mit Startschwierigkeiten im Alter von zwölf bis 26 Jahren; mit im Boot sind unter anderen der Jugendmigrationsdienst, das Jobcenter, Schulen, Ausbildungsfirmen und die Wirtschaftsförderung.

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In der ersten Förderrunde 2015 bis 2018 setzten neben Dormagen weitere 177 Modellkommunen Projekte zur Förderung junger Menschen durch öffentliche und freie Träger im Bereich Jugendsozialarbeit um. Der Bund beteiligte sich daran deutschlandweit mit rund 115 Millionen Euro aus dem ESF und fünf Millionen Euro Bundesmitteln. Der Schwerpunkt lag auf der "Sozialen Stadt" und vergleichbaren Brennpunkten. Nun sollen die nächsten Schritte folgen, um der Zielgruppe beim Wiedereinstieg in den Schulalltag, in Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft zu helfen.

Wenn die Bewerbung der Stadt erfolgreich ist, würden über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren Mittel in Höhe von 700.000 Euro benötigt. 50 Prozent davon würden wohl aus dem Förderprogramm fließen, als städtischer Eigenanteil käme eine halbe Mitarbeiterstelle zum Ansatz, hieß es in dem Beratungspapier für den Jugendhilfeausschuss.

Seit 2015 hat Dormagen über "Jugend stärken im Quartier" bis zu 100.000 Euro jährlich für Stadtteilprojekte in der Jugendberufshilfe erhalten. Besonders im Blick waren Nievenheim, Hackenbroich und Horrem.

(ssc)