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Dormagen: Jubiläums-Jecke in Hochform

Dormagen : Jubiläums-Jecke in Hochform

"Drei mal elf" Jahre alt sind die "Ahl Dormagener Junge". Ihr närrisches Jubiläum feierten sie mit einer hochkarätig besetzten Sitzung, bei der nicht allein Willibert Pauels und Guido Cantz für Hochstimmung sorgten.

Hatten die "Ahl Dormagener Junge" sich in den vergangenen Jahren ganz auf ihre populäre "Mädchensitzung" konzentriert, genehmigte sich die drei mal elf Jahre alte Karnevalsgesellschaft jetzt eine hochkarätig besetzte Jubiläumssitzung. Deren Programm dokumentierte die eindeutig kölsche Ausrichtung des Dormagener Karnevals, doch setzten die Jecken um Präsident Claus Radke und Elferrats-Chef Uwe Volkmann auch "ökumenische" Akzente.

Als Moderator nämlich führte Stefan Kleinehr durch den Abend: In gleicher Funktion auch für die ARD-Fernsehsitzung aus Düsseldorf tätig, hatte der Präsident des "Allgemeinen Vereins der Karnevalsfreunde Düsseldorf" ein vergleichsweise leichtes (Auswärts-) Spiel. Auch wenn sich kein Fan von Fortuna Düsseldorf im Zelt finden ließ, wertete Kleinehr es als ein Stück "Völkerverständigung, dass ein Düsseldorfer in Dormagen eine Kölner Garde ansagen darf". Die renommierte Bürgergarde "Blau-Gold" ließ zum Auftakt die Bühne erbeben, ehe die Kalauer sich des nicht nur politischen Zeitgeschehens mit neuen Texten zu alten Ohrwürmern annahmen. Thomas Cüpper ließ alte "Kölsche Krätzjes" wieder aufleben und berichtete vom alltäglichen Guerilla-Krieg mit seinem "Altargeschenk".

Die Fauth Dance Company stellte ihr Können dann bei heißen Samba-Rhythmen unter Beweis. Kein Jubiläum ohne kirchlichen Beistand, und für den sorgte Diakon Willibert Pauels. "Zu doof für Fastelovend" verpasste der "Bergische Jung" en passant dem ZDF einen neuen Namen: In dessen Fernsehsitzung war seine Rede auf weniger als ein Drittel zusammengedampft worden — in Dormagen war sein, wieder immer auch gut biblisch begründeter, Appell "die Welt mit den Augen der Kinder, Narren und Clowns zu sehen", in voller Länge zu genießen. Natürlich konnten auch die närrischen Oberhäupter der "Ahl Dormagener Junge" die Huldigungen ihrer jecken Untertanen entgegen nehmen.

Den Auftritt von Kinderprinzessin Melina Kunert des von Prinz Kai Weber, Bauer Michael Kolfenbach und Jungfrau "Erika" Erik Lierenfeld gebildeten Dreigestirns flankierten die "Tanzmäuse" und die Kinderprinzengarde. Vergangenen August 40 geworden präsentierte sich Guido Cantz fast schon besinnlich. Seine Zukunftsvision für das in 33 Jahren bei fortschreitendem demografischen Wandel anstehende Jubiläum: Playstations zum Taubenfüttern, die "Senior-Tüte" bei MacDonald's und in "jedem siebten Ei ein Hörgerät dabei." Nach den "3 Colonias" und den "Fidele Kölsche" konnte das jecke Publikum zum Schluss mit "Colör" auch die "Töchter Kölns" begrüßen. Hoch her ging es nach den Worten von Literatin Nadja Kolfenbach auch bei der "After-Show-Party".

(NGZ)