Joshua Hoffmanns Modell zur neuen DLRG-Geschäftsstelle überzeugt

DLRG Dormagen : Student kreiert Vorzeige-Geschäftsstelle

Eine Jury hat den Entwurf von Joshua Hoffmann als den besten der von der Hochschule Düsseldorf eingereichten ausgewählt.

Klar, die Frage nach den Kosten muss noch beantwortet werden. Doch gesetzt den Fall, dass genug Geld da ist, darf sich die Dormagener Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) darauf freuen, ihr Zuhause künftig in einem Schmuckstück zu haben. Ein solches jedenfalls hat Joshua Hoffmann kreiert. Die Semesterarbeit des Architekturstudenten von der Hochschule Düsseldorf ist von einer vierköpfigen Jury zum Sieger eines Architekturwettbewerbs für die neue DLRG-Geschäftsstelle auserkoren worden, an dem sich noch zwölf seiner Kommilitonen beteiligt hatten. Das zweigeschossige Gebäude wird nach Stand jetzt neben dem neuen Hallenbad an der Robert-Koch-Straße seinen Platz finden.

Anhand eines Modells erklärte der 23-jährige Wettbewerbsgewinner in den Räumen der Sparkasse an der Kölner Straße, wo alle Entwürfe ausgestellt worden waren, sein Konzept. „Der Hauptarbeitsbereich der DLRG ist das Wasser“, erläuterte Hoffmann, „und das soll sich auch in der Geschäftsstelle widerspiegeln.“ Für die Fassade schlägt Hoffmann eine Gestaltung mit verschiedenen Blechen vor. Im Spiegel des Sonnenlichtes würden diese wie eine Wasseroberfläche wirken. Die Ummantelung des Erdgeschosses indes soll an das diffuse Licht unter Wasser erinnern. Das dort zu verwendende Profilglas mit Glasfaserdämmung ist zwar lichtdurchlässig, gewährt aber keine Einblicke in den Innenbereich der unteren Etage, in der die DLRG vor allem ihre Fahrzeuge unterbringen möchte. Acht Stellplätze hatten zu den Vorgaben gehört, die die DLRG den Studenten gemacht hatte, wie Sprecher Jörg Ditmar berichtete. Im ersten Stock sind nach Hoffmanns Entwurf neben Küche und sanitären Anlagen Räume für Büroarbeit, Schulungen und Material vorgesehen – und als besonderer Clou eine Dachterrasse mit Blick ins Grüne. Zudem könnte das Dach selber begrünt werden. Das Gebäude soll in Stahlskelettbauweise errichtet werden, schlägt der Architekturstudent vor und nennt in einem Atemzug die Vorteile: „Kurze Bauzeit und dadurch geringere Erstellungskosten.“

Betreut wurde das Projekt an der Hochschule Düsseldorf vom Architekten und Lehrbeauftragten Miro Perossa. „Alle eingereichten Entwürfe sind realisierbare“, betonte der Experte bei der Präsentation in der Sparkasse. Er stellte fest, dass alle Beteiligten aus dem Wettbewerb Vorteile ziehen könnten: Stadt und DLRG müssten kein Geld für ein Fachbüro ausgeben, und seine Studenten könnten praxisorientiert arbeiten. „Sie können hier an etwas arbeiten, das tatsächlich verwirklicht werden soll, nicht an einem fiktiven Hotelbau in Island oder Ähnlichem“, sagte Perossa. Mit Studenten in seinem Fachbereich hat er bereits mehrfach Konkretes geplant; etwa eine Machbarkeitsstudie für eine Wohnbebauung in Ratingen erstellt und für einen Bibliotheksbau in Mönchengladbach.

DLRG-Chef Carsten Gösch, der selbst in der Jury gesessen hatte, dankte den Studenten für ihre Arbeit, musste aber auch ein bisschen auf die Euphoriebremse treten. „Wenn man die Modelle hier so sieht, hat man das Gefühl, nächste Woche packen wir den Spaten aus und dann kann es losgehen. Soweit sind wir aber noch nicht.Schatzmeister Marcus Bonnsagte aber auch: „Es ist wichtig, dass wir langsam Nägel mit Köpfen machen, um für die nächsten Jahrzehnte gut aufgestellt zu sein.“