John Campbelljohn und Neil Robertson im Dormagener "Pink"

Mitreißender Konzertabend : Musik-Vielfalt aus Kanada im „Pink“

Einen nachhaltigen Eindruck von kanadischem Blues konnten sich jetzt die Besucher eines Konzerts in der Kultkneipe „Pink“ verschaffen. Die Musiker John Campbelljohn und Neil Robertson spielten, als tummelte sich dort vorn auf der Bühne eine komplette Band mit allem Drum und Dran.

Das Duo kommt von der kanadischen Ostküste, genauer: aus Halifax in New Scotland. Die Gleichsetzung von Vancouver mit ganz Kanada geht den beiden mächtig auf den Geist, und schon deshalb wollten sie zeigen, was sie zu bieten haben. Und das war eine ganze Menge.

Die weitgereisten Musiker schauten auf ihrer Tournee durch „Germany“ und „Switzerland“ in Dormagen vorbei, als sei dies das Selbstverständlichsteauf der Welt. Lässig, selbstsicher, cool eben, mischten sie sich vorab unter die Besucher und fühlten sich gleich heimisch. „Da ist was dran“, sagt ihr Manager, „denn sie haben sich hierzulande längst einen Namen gemacht.“ Schließlich eilt ihnen der Ruf voraus, in großen Clubs zu spielen und mit berühmten Namen der Blues-Szene aufgetreten zu sein.

Als solche Kollegen sind zum Beispiel Sting, Joni Mitchell, Emmy Lou, Leonhard Cohen zu nennen . „Seine satte Stimme und sein charakteristisches Gitarrenspiel“, so ist in einem Konzertbericht zu lesen, „haben John Campbelljohn weltweit auf Musikfestivals und Events bekannt und beliebt gemacht.“ Das zeigte auch der Auftritt im „Pink“. Neil Robertson an den Drums zog voll mit. Trotzdem sind die beiden Kanadier Menschen wie du und ich, das wird schon im kurzen Gespräch deutlich, ohne Allüren, wie sie Musikern in diesem Genre oft zugeschrieben werden.

„Double Down Blues“, „Lay it on the Floor“ und „The World is crazy“ sind einige Hits aus dem selbst komponierten Repertoires. Erstaunlich ist die Klangfülle, faszinierend die Modulationsbreite. Statt monotonem Hämmern auf dem Schlagzeug oder tristen Einheits-Akkorden auf der Slide Blues Gitarre wird laufend variiert. Rock, Blues, Reggae, Metallic und sogar Celtic-Blues werden beim Stückeschreiber, Sänger und Gitarristen John in unverwechselbarem Stil vereint. Liebe, Schmerz und Fernweh verschmelzen miteinander. Im Vergleich zu vielen anderen Bands treten John und Neil sehr verwegen auf und nicht zuletzt mitreißend. „Blues at its best“ – das ist der bleibende Eindruck des langen Abends.

Mehr von RP ONLINE