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Dormagen: Jobcenter mit Modellcharakter

Dormagen : Jobcenter mit Modellcharakter

Das Dormagener Jobcenter gilt als vorbildlich. Dort gibt es unter einem Dach sowohl Vermittlung und Beratung als auch Antragsbearbeitung für Arbeitslose. Diese Konzentration soll auch in Neuss und Grevenbroich entstehen.

Langzeitarbeitslose in Dormagen haben eine einzige Anlaufstelle, um mit den Beratern nach einer neuen Arbeitsstelle zu suchen und ihre Ansprüche zum Lebensunterhalt zu regeln. Im Jobcenter an der Bismarckstraße in Nievenheim kümmern sich 29 Mitarbeiter um die zurzeit 3486 Dormagener der kreisweit 30 249 "Leistungsempfänger nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II)". Das Jobcenter Rhein-Kreis Neuss ist die Arbeitsgemeinschaft zweier Träger, des Rhein-Kreises Neuss und der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, die gemeinsam die Grundsicherung für Arbeitssuchende sicherstellt.

Diese Konzentration in einem Gebäude hat viele Vorteile, wie Ulrich Hartz erklärt, der die Arbeitsvermittlung in Dormagen leitet: "Wir tauschen uns mit unseren Kollegen direkt aus, haben so einen viel besseren Überblick über unsere Kunden, ihre Anträge und Fähigkeiten." Diese Nähe ermögliche eine schnellere und bessere Beratung und Bearbeitung. Auch eine gemeinsame Beratung der Arbeitslosen durch zwei Fachkräfte ist möglich. "Alle Kernprozesse befinden sich in einem Haus", sagt Hartz.

Diese Vorzüge schätzt auch Bereichsleiter Dieter Bohnes für alle Jobcenter im Rhein-Kreis Neuss: "Dormagen ist vorbildlich. Die Sachberatungs- und Vermittlungskräfte tauschen sich aus, eine ganzheitliche Betrachtung wird möglich." Zurzeit ist das Jobcenter in den acht Kommunen des Rhein-Kreises noch in 13 Gebäuden untergebracht, dabei müssen zum Beispiel die Grevenbroicher für Vermittlung und Leistungsangelegenheiten zu zwei verschiedenen Stellen kommen. Das soll sich bald ändern: "Wir wollen unsere Angebote in möglichst drei Gebäuden konzentrieren", weist Bohnes darauf hin, dass zwar in Dormagen alles so bleibt wie bisher, allerdings die Dienste in Grevenbroich (für Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen) und Neuss (für Neuss, Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch) zusammengezogen werden sollen. Wenn möglich solle es bald auch in Neuss nur eine Jobcenter-Adresse geben.

Dass eine Zusammenfassung für einzelne Kunden einen längeren Anfahrtsweg bedeutet, ist Bohnes klar: "Aber dann finden sie alles unter einem Dach — und sie sind mobil und erfüllen damit eine der Anforderungen, um sie wieder in Arbeit vermitteln zu können."

In Dormagen funktioniert die Zusammenarbeit mit der Stadt Dormagen, anderen Beratungsstellen und sozialen Einrichtungen sehr gut, wie Arbeitsvermittler UIrich Hartz betont: "Wir sind gut vernetzt; Die Arbeitsgruppe Arbeitsmarkt unterstützt Projekte für Arbeitssuchende, und der Runde Tisch für Ausbildung sorgt für gute Kommunikation."

(NGZ)