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Dormagen: Jeder Fünfte hat schon gewählt

Dormagen : Jeder Fünfte hat schon gewählt

Bundestagswahl: Immer mehr Dormagener bevorzugen die Briefwahl.

Das ist rekordverdächtig: 8894 Dormagener haben sich bereits entschieden und ihre Stimme für die Bundestagswahl am 22. September per Briefwahl abgegeben. Das sind nach jetzigem Stand fast 19 Prozent der Wahlberechtigten. "Ein klarer Trend, den wir seit geraumer Zeit beobachten, verdichtet sich", sagt Michael Feiser, im städtischen Ordnungsamt für die Organisation der Wahlen zuständig.

Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren waren es am Ende 8690 Briefwähler, bei einer ähnlichen Zahl an Stimmberechtigten. Die liegt aktuell bei 47 280. "Das kann sich aber noch ändern", sagt Stadtsprecher Harald Schlimgen. Denn die tatsächliche Zahl der Wahlberechtigten steht erst am Wahltag, dem Stichtag, korrekt fest. Mit ihrer Neigung, immer häufiger per Brief zu voten, sind die Dormagener nicht alleine.

Auch kreisweit ist dieser Trend festzustellen, alleine in Neuss gibt es schon über 15 000 Briefwähler. "Vielleicht liegt es am September als beliebtem Urlaubsmonat, dass sich viele schon vorab entscheiden", überlegt Schlimgen.

Sein Rathaus-Kollege Feiser registriert, dass es vor allem ältere Wähler sind, die immer häufiger die Briefwahl bevorzugen. Dabei ist dieser Vorgang deutlich komplexer als der traditionelle Urnengang am Wahlsonntag. Zunächst müssen die Briefwahlunterlagen mit der Wahlbenachrichtungskarte angefordert oder direkt im Wahlamt abgeholt werden. Dann muss beachtet werden, dass dem Wahlbrief ein gültiger Wahlschein beiliegt und die Umschläge richtig ineinander gesteckt werden. Dabei stellen die Mitarbeiter im Wahlamt Interessantes fest: Es wäre zu vermuten, dass die Fehlerquote bei Wahlbriefen geringer ausfällt, wenn die Briefwahl direkt im Wahlamt ausgefüllt werden und Mitarbeiter bei Fragen behilflich sein können.

"Das Gegenteil ist der Fall", sagt Michael Feiser, "die Unterlagen, die zu Hause in Ruhe bearbeitet werden, weisen eine deutlich geringere Fehlerquote auf." Er rät denn auch Interessenten, die Unterlagen abzuholen oder sich nach Hause schicken zu lassen und dort die Wahl zu treffen. Die Briefwahl kann noch bis Freitag vor der Wahl, 18 Uhr, beantragt werden. In diesem Fall werden die Unterlagen durch städtische Boten zugestellt. Eingehen müssen die Wahlbriefe am Wahlsonntag zwingend bis 18 Uhr im Bürgeramt.

(NGZ)