1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Karneval in Dormagen: Jecken trieben „Teufel“ Hoffmann aus

Karneval in Dormagen : Jecken trieben „Teufel“ Hoffmann aus

Pünktlich um 11.11 Uhr hat Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann am Donnerstag die Macht an das Dormagener Dreigestirn und das Kinderprinzenpaar übergeben. Vor dem Historischen Rathaus präsentierten sich die Karnevalsgesellschaften.

Die Jecken sind los: Seit Donnerstag um 11.11 Uhr herrschen offiziell im Dormagener Rathaus die Narren. "Wobei man nicht weiß, ob das nicht auch außerhalb der tollen Tage so ist", scherzte der gut aufgelegte Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann bei der Schlüsselübergabe auf dem Balkon des Historischen Rathauses. Die Macht im Rathaus übergab er stellvertretend für alle Jecken in ganz Dormagen an das Dreigestirn und das Kinderprinzenpaar der KG Ahl Dormagener Junge: Prinz Ingo Bouvelet, Bauer Stefan Rennings, Jungfrau Ralf "Rosi" Manderscheid sowie Florian Hofheinz und Christina Engehausen, das erste Kinderprinzenpaar in der 34-jährigen Geschichte der KG.

Während die Rathaus-Mitarbeiter mottogemäß "Teuflisch gut & himmlisch jeck" fast alle in Teufelskostüm erschienen, hatte sich Hoffmanns Vorgänger, Ehrenbürger Heinz Hilgers, eine asiatische Mönchskutte übergeworfen. "Ich bin aber nicht der Dalai Lama, sondern einfach ein weiser Mann — und daher nicht verkleidet, die Stadtverwaltung ist es ja auch nicht", sagte Hilgers lachend. Aber dass es auch in der Hölle anscheinend eine Gleichstellungsbeauftragte gibt, machte Hilgers nachdenklich. Die Stimmung vor und im Historischen Rathaus war hervorragend. Auf der Bühne zeigten die einzelnen Gesellschaften aus Delhoven, Dormagen, Hackenbroich, Stürzelberg und Zons ihr Können, sangen und tanzten, Peter Pick sorgte für die Musik. Stadt-Pressesprecher Harald Schlimgen, der die närrische Veranstaltung des Presseamtes und der KG Ahl Dormagener Junge moderierte, sagte: "Im Rathaus ist der Düwel los." Dort sah Hoffmann die Machtabnahme sehr gelassen: "Jetzt freue ich mich, dass ich Freizeit habe." Einen deutlichen Hinweis auf angemessenes Feiern brachte dann Prinz Ingo bei seiner kurzen Rede vom Balkon: "Wir wollen feiern und fröhlich sein, aber wir wollen kein Koma-Saufen sehen", mahnte er die Zuschauer zum Maßhalten. Er sei gefragt worden, was er denn als nächstes vorhabe, nachdem er schon Bauer, Schützenkönig und nun Prinz gewesen sei: "Als nächstes, Bürgermeister, löse ich Dich ab — und zwar genau jetzt", sagte Ingo Bouvelet. Auch eine Abstimmung des Publikums ergab das erwartete Ergebnis: Und so "ergab" sich der Bürgermeister dann "notgedrungen" dem kraftvollen Ansturm des närrischen Dreigestirns.

Mitten in der fröhlichen Narren-Menge wurden auch drei Geburtstagskinder gefeiert: Die Zonser Kinderprinzessin Julia Bartels, Regine Lewerenz, die Leiterin des Ratsbüros, und Ute Waldeck vom Presseamt feierten mit den Jecken: "Man soll seinen Geburtstag doch im Kreise seiner Lieben feiern — und die sind alle hier", sagte Lewerenz.

Das Wetter spielte mit, beim Auftritt der Zonser ließ sich sogar die Sonne sehen. Gegen die Kälte zieht sich das Kinderdreigestirn der KG Sonndachsjecke aus Hackenbroich einen Pulli unters Ornat, wie Prinz Corinna Frenk erklärt: "Das hält warm." Das unterstreicht Herbert Jungverdorben von der KG Gohrer und Broicher Turfgrafen, der weite Kostüme empfiehlt: "Dann noch in Bewegung bleiben, dann gibt es kein Kälte-Problem. Das sieht auch das Stürzelberger Prinzenpaar so: "Mit viel Schunkeln und Tanzen wird uns nicht kalt", sagt Prinz Markus Fillinger, während seine Prinzessin Gaby ergänzt: "Bis jetzt war es nur schön in der Session, ganz gleich bei welchem Wetter."

(url/jco/url)