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Dormagen/Köln: Jecke Helden vereiteln Raub

Dormagen/Köln : Jecke Helden vereiteln Raub

Durch beherztes Eingreifen gelang es einer Gruppe kostümierter Dormagener, einen Raubüberfall auf einen Kölner Kiosk zu vereiteln. An Weiberfastnacht setzten die jungen Männer den bewaffneten Räuber fest.

Erinnern sich Jörn (28), Severin (27), Robert (22) und Jörg (31) an Weiberfastnacht zurück, beginnt schnell eine aufgeregte Unterhaltung. Gestern Mittag sind die Ereignisse des Vortages noch ganz frisch. "Alles passierte in wenigen Minuten", schildert Robert. In der Kölner Südstadt wollten die kostümierten Dormagener am Donnerstagvormittag den Beginn des Straßenkarnevals feiern. Die Freunde waren auf dem Weg zum Kölner Severinskirchplatz in der Kölner Südstadt. Ein kurzer Abstecher in einen Kiosk durchkreuzte ihre Pläne. Die jungen Männer wurden Zeugen eines bewaffneten Raubüberfalls.

"Wir wollten noch eben Zigaretten kaufen", sagt Severin. Während einige das Büdchen am Karolingerring betraten, wartete der Rest vor der Tür. "Im Kiosk hatte der Besitzer einen Ladendieb erwischt. Es kam zu einer Rangelei", erzählt Robert. Der vermeintliche Dieb konnte flüchten. "Wir haben gesehen, wie er aus dem Kiosk gestürzt kam, zu einem silberfarbenen Auto lief und wieder in den Laden ging", ergänzt Jörn. Im Geschäft zog der Täter eine Waffe, bedrohte den Kioskbesitzer. "Er hat uns beschimpft, mit der Waffe bedroht und angebrüllt, wir sollten das Büdchen verlassen", erklärt Robert. Dem folgte die Gruppe, alarmierte die Polizei. Als es zwischen Kioskbesitzer Izzet Gecgel und dem Räuber zu einer Schlägerei kam, griffen die Dormagener beherzt ein.

"Der Täter hat dem Kioskbesitzer mehrfach mit der Waffe auf den Kopf geschlagen. Doch der wollte seine Kasse nicht herausgeben", schildert Jörg. Auch die schwangere Frau des Inhabers befand sich im Geschäft. Jörn, der neben einem Regal mit Glasflaschen stand, griff zu. Mit der Flasche traf er den Täter auf die Stirn. Doch dieser ließ nicht von seinem Vorhaben ab. Dann gelang es, ihn zu Fall zu bringen. Die Waffe noch immer in der Hand, wurde der Täter schließlich in Gewahrsam genommen. "Wir haben uns auf ihn gestürzt und ihn festgehalten", sagt Severin. Mit einem gezielten Tritt brachten die alarmierten Beamten die Waffe an sich.

Die Kölner Polizei war mit acht Fahrzeugen ausgerückt. Severin musste von Sanitätern betreut werden. Er hatte sich während der Rangelei eine Schnittverletzung zugezogen, die im Krankenhaus behandelt wurde. Auch der Räuber wurde verletzt. Der Rest der Truppe wurde von der Kripo in Kalk vernommen.

Am Nachmittag kamen die Dormagener wieder zusammen. Izzet Gecgel ist den jungen Männern dankbar. Gefeiert haben die jecken Helden trotz der aufreibenden Ereignisse – teils in Köln, teils in der Heimatstadt Dormagen. Altweiber 2011 werden sie nicht vergessen.

(NGZ)