Dormagen: Jane Goodalls Hoffnung auf eine bessere Welt

Dormagen: Jane Goodalls Hoffnung auf eine bessere Welt

Im NGK hielt die berühmte Verhaltensforscherin und Umweltaktivistin ihren deutschlandweit einzigen öffentlichen Vortrag in diesem Jahr.

Einer amerikanischen Untersuchung zufolge rangiert sie in der Liste der weltweit bekanntesten Wissenschaftler gleich hinter Albert Einstein. In der Geschichte des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden wird der beeindruckende Auftritt von Jane Goodall in der nahezu randvollen Aula sicherlich ein Markstein bleiben.

83 Jahre alt ist die britische Verhaltenforscherin inzwischen, die nach wie vor an 300 Tagen im Jahr unterwegs ist, um für den Schutz der von ihr erforschten Schimpansen ebenso zu werben wie für den der Umwelt. In ihrem knapp anderthalb Stunden langen Vortrag - dem einzigen, den sie 2017 in Deutschland hielt - ließ Jane Goodall ihren Lebensweg Revue passieren, wobei es ihr keineswegs an der Wiege gesungen wurde, eine berühmte Wissenschaftlerin zu werden. Die Liebe zu Tieren zeichnete sie allerdings von Kindesbeinen an aus, und einen anderen Wesenszug verdankt sie ihrer Mutter: Deren Rat, sich nicht davon beeindrucken zu lassen, mit ihrer Sicht der Dinge vielleicht zunächst allein zu stehen, erwies sich als wichtige Hilfe, Widerständen die Stirn zu bieten. "Schimpansen helfen, die Grenze zwischen uns und anderen Mitgliedern des Tierreichs niederzureißen", fasste Jane Goodall das Ergebnis ihrer jahrelangen Studien in den frühen 1960-er Jahren zusammen. Die einst klassische Definition des Menschen, wonach dieser ein Werkzeuge herstellendes Tier ist, kann seither keine Gültigkeit mehr beanspruchen - denn Schimpansen können es auch, wenngleich auf primitiverer Stufe.

Seit 1986 hat sich Jane Goodall ganz dem Umwelt- und Naturschutz verschrieben: "To make the world a better place for all living beings", die Welt zu einem besseren Ort für alle Lebewesen zu machen, lautet ihre Maxime. Ohne blauäugig zu sein, schloss die charismatische Wissenschaftlerin und Umweltaktivistin mit einigen "Gründen zur Hoffnung". Zu denen gehört, dass jedes Individuum zählt "und einen Unterschied machen kann".

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Hiervon angesprochen fühlen sich schon seit langem Max Lueckel und andere Schüler des Norbert-Gymnasiums, die sich ganz in Jane Goodalls Sinne mit der Schülerfirma Fair-Trade-Company für einen nachhaltigen und umweltgerechten Konsum und Handel engagieren. Max Lueckel war es denn auch, der den Kontakt zu Goodall vermittelt hatte. Er hatte diese schon 2010 mit gerade einmal zehn Jahren kennengelernt und gründete damals mit dem Projekt "Jonglieren für Jane" die erste "Roots and Shoots"-Gruppe am NGK, eine weltweite Kinder-und Jugendinitiative von Goodall. In einem Grußwort nannte Lueckel ebenso wie Schulleiter Johannes Gillrath die fürs NGK verpflichtenden "christlichen Werte", auf deren Basis die Verantwortung für die Umwelt ernst genommen werde.

Bürgermeister Erik Lierenfeld hatte die Forscherin gebeten, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen, wo sich in Michail Gorbatschow 1992 bereits ein guter Freund von Goodall verewigt hat, wie die UNO-Friedensbotschafterin verriet. Das Kompliment, dass es ihr in Dormagen besser gefallen habe als tags zuvor bei der Entgegennahme des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in Düsseldorf, hatte sich Jane Goodall für ihren mit stehend vorgetragenem Applaus bedachten Vortrag aufgehoben.

(NGZ)