1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Jan Bronischewski ist neuer DLRG-Einsatzleiter in Dormagen.

Wechsel in Dormagen : Schon seit Kindertagen als Lebensretter aktiv

Jan Bronischewski (28) folgt in Dormagen als DLRG-Einsatzleiter auf Carsten Gösch, der kürzer treten will.

Die Dormagener Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) tritt in eine neue Phase ihrer Vereinsarbeit ein. Hintergrund sind diverse Neubesetzungen von Führungspositionen. Die wohl wichtigste: Am Dienstagabend übernahm Jan Bronischewski bei einer Vorstandssitzung die Einsatzleitung von Carsten Gösch, der sein Amt zur Verfügung gestellt hatte, um mehr Zeit für Beruf und Familie zu haben. Seinen Posten als Ortsgruppenleiter wird Gösch behalten und sich dafür auch bei der nächsten regulären Neuwahl wieder bewerben, teilte die DLRG mit. Und auch dem Einsatzbereich werde er als Führungskraft und in beratender Funktion treu bleiben, hieß es. Jan Bronischewski war zuvor rund zwei Jahre als Stellvertreter Göschs im Bereich Einsatz tätig gewesen. Ihm steht bis zur nächsten Neuwahl Sebastian Fielitz zur Seite.

Carsten Gösch hatte 24 Jahre als Einsatzleiter bei der Dormagener DLRG fungiert und dabei eine Vielzahl von Projekten initiiert und umgesetzt. So baute er den Bereich Einsatz in seiner Zeit ganz neu auf und strukturierte die einzelnen Teilbereiche wie Wasserrettungsdienst, Einsatzdienst und Katastrophenschutz. Entsprechend tief ist der nun vollzogene Einschnitt. „Carsten hinterlässt große Fußstapfen“, sagt denn auch sein Nachfolger. Dass der Umbruch dennoch reibungslos über die Bühne gehen dürfte, dafür hat Gösch gesorgt. Denn er hat Bronischewski intensiv auf dessen neue Aufgaben vorbereitet. „Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Und auch unserem stellvertretenden Ortsgruppenleiter und Sprecher Jörg Dittmar, von dem ich vor zwei Jahren das Stellvertreteramt übernehmen durfte“, sagt Jan Bronischewski.

Der neue Mann ist bei der DLRG eigentlich ein „alter Hase“, trotz seiner erst 28 Jahre. Denn schon als Zwölfjähriger trat er den örtlichen Lebensrettern bei, durchlief sämtliche Riegen und übernahm mehr und mehr Verantwortung im Einsatzbereich. Über Dormagen hinaus engagiert er sich seit 2009 auf Kreisebene im Bezirk Neuss als Beauftragter „Strömungsrettung“, ein Spezialgebiet, das Bronischewski als „mein Steckenpferd“ bezeichnet. Der neue Einsatzleiter ist ein sportlicher Typ. Muss er auch sein – nicht nur aufgrund seiner Aufgaben bei der DLRG. Hauptberuflich arbeitet er als Brandmeister bei der Feuerwehr der Stadt Hürth. Privat zählt das Klettern zu den Lieblingsbeschäftigungen des Lebensretters, zu dessen persönlichem Umfeld auch seine Freundin und zwei Katzen gehören.

Sehr viel verändern an der jahrzehntelang von Gösch geprägten Ausrichtung der DLRG in Dormagen möchte der 28-Jährige nach eigener Aussage nicht, weil er sie insgesamt durchaus überzeugend findet. Ein paar Schwerpunkte möchte er trotzdem neu definieren. Eines seiner wichtigsten Ziele: Die aktuell 35-köpfige Einsatzmannschaft soll bei der Ausbildung auf den selben Stand gebracht werden. Viele grundlegende Schulungen kann die Dormagener DLRG mit eigenen Kräften bewerkstelligen, darunter auch Jan Bronischewski. Den Rest übernehmen der Landesverband in Düsseldorf oder die Kollegen aus dem DLRG-Bezirk Rhein-Kreis Neuss, die zum Beispiele Lehrgänge zum Erwerb des Bootsführerscheines anbieten.

Weitere Anliegen Bronischewskis: Für das neue Einsatzboot soll ein Konzept erarbeitet werden, und auch an der Logistik möchte der neue Einsatzleiter feilen.

Neben dem Führungswechsel meldet die DLRG-Ortsgruppe nach der Vorstandssitzung weitere personelle Veränderungen. Zur Unterstützung des Bereichs Finanzen habe sich Jan-Christian Osterholt bereit erklärt, den Posten des stellvertretenden Schatzmeisters zu übernehmen. Robin Alef habe den bisher freien Posten des Geschäftsführers übernommen, Holger Grabow sei als stellvertretender Leiter Einsatz nachgerückt. Die Besetzungen vor den nächsten regulären Neuwahlen seien vorgenommen worden, um die einzelnen Bereiche personell zu unterstützen und arbeitsfähig zu halten, teilte die DLRG mit.