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Dormagen: Investitionen in die Sicherheit

Dormagen : Investitionen in die Sicherheit

Dormagen Die mutigen Krieger um Asterix und Obelix im unbeugsamen gallischen Dorf hatten nur vor einem Angst - dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

Dormagen Die mutigen Krieger um Asterix und Obelix im unbeugsamen gallischen Dorf hatten nur vor einem Angst - dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

In der Turnhalle des Leibniz-Gymnasiums drohten zwar nicht der Himmel, aber immerhin - etwa bei Ballspielen - Teile der Unterdecke herabzufallen. Zurzeit wird dort ein komplett neues Deckensystem eingebaut - für rund 400 000 Euro.

"In diesem Jahr investieren wir einen großen Teil der Schulsanierungsmittel in die Sicherheit", erklärt Armin Schlangen, beim Service Gebäudewirtschaft für den Hochbau zuständig. "Insgesamt wenden wir für die Sanierung dieses Jahr 1,4 Millionen Euro auf, die meisten Vorhaben liefen in den Sommerferien."

Der größte "Brocken" - die Turnhalle in Hackenbroich - war zunächst nicht eingeplant gewesen. Ausgelöst wurden die Arbeiten durch den Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall, die Stadt Dormagen hatte danach einen Statiker mit der Überprüfung von Hallen beauftragt. Eines der Ergebnisse: Das Dach der Hackenbroicher Halle ist sicher, nicht aber die Unterdecke.

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Die Zahl der Befestigungen war zu gering. "Die Unterdecke war nicht ballwurfsicher, Teile hätten sich lösen können." Nachbesserungen seien nicht möglich gewesen. "Wir bauen nun ein neues Deckensystem mit integrierter Strahlungsheizung ein. Zuvor hatten wir uns das System in Neuss angesehen", so Schlangen.

Einen Vorteil hat der Umbau: "Die alte Lüftungsanlage hätte in den nächsten Jahren sowieso erneuert werden müssen, nun benötigen wir sie nicht mehr." Zurzeit werden die Verkleidungen angebracht, dann soll die Halle zwar nicht gallischen Kriegern, wohl aber wieder für den Sportbetrieb zur Verfügung stehen. Wesentlich geringerer Aufwand reicht in der Dreifachturnhalle in Zons aus. Dort wurde nach der Statik-Überprüfung für 21 000 Euro die Deckenbefestigung verstärkt.

Ein besonderes Augenmerk richtet die Stadt auf den Brandschutz: Für 243 000 Euro muss die Lüftungsanlage im Leibniz-Gymnasium saniert werden. "Die Anlage ist in mehrere Abschnitte geteilt, die im Brandfall durch Lüftungsklappen verschlossen werden - doch die funktionierten nicht einwandfrei."

Die Erneuerung erstreckt sich über das Ferienende hinaus - im Gegensatz zum Einbau von Rauchschutztüren in der Schule am Chorbusch und im Bettina-von-Arnim-Gymnasium (BvA) für insgesamt 89 000 Euro. Im BvA hatten die Handwerker noch mehr zu tun. Für 116 000 Euro wurde die alte Pausen-WC-Anlage saniert. "Wir haben alle Kacheln abgeschlagen und Leitungen erneuert, sonst bekommt man den Geruch nicht weg", so Schlangen. Mit der neuen Anlage startet ein Modellversuch, der die Eigenverantwortung der Kinder für die Sanitäranlagen stärken soll: Künftig werden Schüler einen Aufsichtsdienst übernehmen.

Auch die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule erhielt in den Ferien Handwerker-Besuch: Für 66 000 Euro wurde dort die Beleuchtung erneuert, dort drohten sich laut Schlangen Gitter zu lösen.

Zusätzlich zur Schulsanierung fließen weitere 260 000 Euro - 90 Prozent davon zahlt das Land - in den Ausbau der Offenen Ganztagsschule. Während an der Christoph-Rensing-Schule in Horrem, St.-Nikolaus-Schule in Stürzelberg und Erich-Kästner-Schule Räumlichkeiten für je eine zusätzliche Gruppe umgebaut wurden, werden an der Henri-Dunant-Schule in Delrath Räume samt Mensa für zwei Gruppen eingerichtet.

"Am Montag oder Dienstag wird dort noch die Küche eingebaut", so Schlangen, der bereits in die Zukunft blickt. Nach den unerwarteten Kosten an den Hallendächern wird 2007 wohl wieder das Fenster-Erneuerungsprogramm für die Schulen fortgeführt.

(NGZ)