1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Integrationsrat: Gedenkstätte für Opfer rechter Gewalt in Dormagen

Integrationsrat Dormagen : Gedenkstätte soll im Park am BvA-Gymnasium entstehen

An der Haberlandstraße wird künftig an die Opfer rechter Gewalt erinnert.

Anfang der 1990-er Jahre waren es Mölln und Solingen, die durch Mordanschläge Rechtsradikaler traurige Berühmtheit erlangten, heute sind es Kassel aufgrund der Tötung des dortigen Regierungspräsidenten Walter Lübcke und Halle nach der antisemitisch motivierten Attacke auf eine Synagoge. Und dazwischen lagen die furchtbaren Verbrechen des Nationalsozialstischen Untergrunds (NSU) in diversen über die Republik verstreuten Städten. Der Integrationsrat in Dormagen möchte ein Zeichen setzen, um an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt zu erinnern. Das Gremium folgte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einem Antrag der „Liste der Einheit“, die die Errichtung einer entsprechenden Gedenkstätte vorgeschlagen hatte.

Einmütigkeit gab es auch bei der Frage, an welcher Stelle eine solche Gedenkstätte entstehen soll. „Es soll ein Ort sein, an dem auch Menschen vorbei kommen“, erläuterte Mehmet Güneysu, der Vorsitzende des Integrationsrates, im Gespräch mit unserer Zeitung. Favorisiert wird ein Areal an der Haberlandstraße, in der Nähe des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums. „Die Stadtverwaltung und die Technischen Betriebe Dormagen werden dies nun prüfen“, berichtete Güneysu.

Wie die Gedenkstätte gestaltet werden soll, ist bereits klar: Sie soll aus elf neu gepflanzten Bäumen und einer Gedenkplatte bestehen. Wichtig ist der „Liste der Einheit“, dass die Stätte dem Anspruch gerecht wird, über die Dimension der Verbrechen zu informieren. „Die Maßnahme wird nach ersten groben Schätzungen Kosten von circa 4000 Euro verursachen. Die Mittel stehen im Wirtschaftsplan der Technischen Betriebe zur Verfügung“, schreibt Dormagens Erster Beigeordneter Harald Krumbein in einer Unterlage für den Integrationsrat.

Noch offen ist laut Güneysu, wer künftig die Pflege der Mahnstätte übernimmt. „Darüber wird noch diskutiert“, sagte er.

Unterdessen sucht der Integrationsrat Interessierte, die künftig in dem Gremium politisch aktiv werden möchten. „Das können gerne junge Menschen sein“, betonte Güneysu, der die Bedeutung dieser Aufgabe für die Integration in die Dormagener Gesellschaft herausstellte. Potenzielle Kandidaten dürften fest mit Unterstützung rechnen. Sie würden ausführlich auf ihre neue Aufgabe vorbereitet, versprach der Vorsitzende.

Wer sich ein Engagement im städtischen Integrationsrat Dormagen vorstellen könne, solle sich telefonisch bei der Geschäftsstelle des Integrationsrates melden. Kontakt gibt es unter 02133 257-517. „Interessierte können sich aber auch direkt an mich wenden“, sagte Güneysu.