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Integrationsrat Dormagen wünscht sich mehr Offenheit der Bürger

Mangelndes Bürgerinteresse : Integrationsrat für mehr Offenheit

Nur wenige Einheimische nahmen an der Interkulturellen Woche teil.

Mehmet Güneysu neigt nicht dazu, die Dinge schönzureden. Und so findet er auch klare, offene Worte als Antwort auf die Frage nach einer Bilanz der gerade zu Ende gegangenen Interkulturellen Woche in Dormagen. „Die Veranstaltungen sind leider nicht so angenommen worden, wie ich mir das gewünscht hätte“, resümierte der Vorsitzende des Integrationsrates, der keinen Hehl aus seiner Enttäuschung machte. Gerade die eigentliche Zielgruppe, gewöhnliche Bürger aus der Mitte der Dormagener Gesellschaft, die sich nicht ohnehin schon für Integration engagieren, sei weitgehend nicht erreicht worden. Und selbst der Kreis der Politiker, die im Verlauf der Woche mit ihrem Besuch ein persönliches Interesse an dem Thema demonstriert hätten, sei nicht sehr groß gewesen.

Dabei sei die Interkulturelle Woche – auch dank der Unterstützung durch Stadt und Geschäftsstelle des Integrationsrates – sehr gut vorbereitet gewesen. Und auch das Programm hatte viel Abwechslung garantiert – angefangen bei der interreligiösen Begegnung, zu der der Rat der Religionen und die katholische Pfarrgemeinde St. Michael ins Römerhaus eingeladen hatten, über Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Themen wie Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus, bis hin zu einem Kabarettabend mit dem ehemaligen „Prix-Pantheon“-Gewinner Fatih Cevikkollu aus Köln in der Kulturhalle an der Langemarkstraße. Zum Abschluss gab es das traditionelle „Tischlein-deck-dich“-Essen im Saal der Baptistengemeinde mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten.

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Güneysu machte im Gespräch mit unserer Redaktion deutlich, dass Integration aus seiner Sicht keine Einbahnstraße sein dürfe. „Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, betonte er. Einheimische seien da ebenso gefordert wie Migranten. Güneysu: „Wir müssen alle etwas tun, um das friedliche Zusammenleben vor Ort zu sichern.“ Ein Patentrezept oder ein Konzept, mit dem man mehr Menschen erreichen könnte, habe er nicht, räumte der Integrationsratsvorsitzende ein. Die Flinte ins Korn werfen oder Anderen, möglicherweise radikalen Kräften, das Feld überlassen will er jedoch nicht, trotz mancher Rückschläge in den mehr als 20 Jahren seines Engagements. „Das spornt mich eher an, ich lasse mich nicht entmutigen“, sagt Güneysu. Er will sich auch weiter darum kümmern, „ein gemeinsames Instrument und einen gemeinsamen Nenner zu finden“, mit dem sich möglichst viele Menschen in Dormagen identifizieren können.