Integrationsrat Dormagen: Flüchtlingsarbeit weiter unterstützen

Integrationsrat Dormagen : Flüchtlingsarbeit weiter unterstützen

Der städtische Integrationsrat sprach sich dafür aus, die Integration von Flüchtlingen weiter voranzutreiben. Grundsätzlich sollen die Probleme aller hilfsbedürftigen Dormagener im Fokus stehen.

Die Wohnsituation der Flüchtlinge, das Deutschkursangebot der städtischen Volkshochschule und die Integrationsratswahlen im September 2020 waren Themen der letzten Sitzung des Integrationsrates in diesem Jahr. Ellen Schönen, Fachbereichsleiterin für Kultur und Sport, informierte über das breite Spektrum der Deutschkurse, das auch die angefragten B-2-Kurse einschließt.

Auf der Basis des Zehn-Punkte-Papiers des Integrationsrates zur Beschreibung gewisser Qualitätsstandards von 2015 nahm Volker Lewerenz, Fachbereichsleiter Integration, Stellung zum Antrag der CDU-Ratsfraktion zur Situation in den städtischen Flüchtlingsunterkünften. Demnach konnten bei der Unterbringung und Versorgung der Dormagen zugewiesenen Flüchtlinge die definierten Standards eingehalten oder sogar ausgebaut werden. „Es ist uns bewusst, dass es keine Luxuswohnungen sind“, betonte Lewerenz. Nichtsdestotrotz entsprächen die Unterkünfte baulich den geltenden Anforderungen. Der verständliche Wunsch mancher Flüchtlinge, in eine Wohnung umzuziehen, lasse sich angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt sowie leistungsrechtlicher Aspekte in vielen Fällen nicht erfüllen.

Integrationsratsvorsitzender Mehmet Güneysu machte deutlich, dass es nicht darum gehe, Leistungen in Frage zu stellen, sondern den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden. „Wir haben uns schon im Jahre 2015 bereit erklärt, Hilfsbedürftigen zu helfen und für sie menschenwürdige Lebensbedingungen zu schaffen. Dafür haben sich sehr viele Menschen engagiert, und sie tun es weiterhin.“ So wurde Dormagen gerade für die ehrenamtlich organisierte Flüchtlingshilfe in den „Cafés Grenzenlos“ mit dem Integrationspreis des Rhein-Kreises Neuss ausgezeichnet. Allerdings, so betonte Güneysu auch: „Wenn Menschen sich unwohl fühlen, müssen wir den Ursachen nachgehen und schauen, was wir verbessern können.“ Er sieht die Politik „in der Pflicht, unseren Beitrag dazu zu leisten, damit unsere neuen Nachbarn sich wohlfühlen. Die Bedingungen, unter denen sie vorher gelebt haben, dürfen dabei aber keine Rolle spielen.“ Andere Länder dürften für Deutschland nicht als Maßstab gelten. „Wir sind Deutschland, und wir sind Dormagen“, so Güneysu. Nicht nur die Unterbringung von Flüchtlingen, sondern die Probleme hilfsbedürftiger Menschen allgemein würden dem Integrationsrat deshalb ein wichtiges Anliegen bleiben.

Bei einer Klausurtagung besprach der Integrationsrat, wie Migranten zur aktiven und passiven Wahlbeteiligung motiviert werden könnten, und die Interkulturelle Elternarbeit. Dieses Projekt an neun Kölner Schulen soll die Barrieren zwischen Schule und Eltern mit Migrationshintergrund abbauen und die Erziehungsberechtigten dauerhaft in den schulischen Prozess einbinden. Der Schulausschuss hat bereits darüber diskutiert. Ob ein ähnliches Projekt in Dormagen in Frage kommt, hänge davon ab, ob der Rhein-Kreis und das Land die Finanzierung übernähmen, unterstrich der Erste Beigeordnete Robert Krumbein.