Insektenhilfe in Dormagen: Altgrasstreifen als Rückzugsort

Serie Insektenhilfe in Dormagen : Altgrasstreifen als Rückzugsort

Biologe Michael Stevens gibt Tipps zum Schutz von Kleintieren.

In einer Serie präsentiert unsere Redaktion in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station in Knechtsteden Tipps, wie auch Privatleute mit geringem Aufwand zum Schutz von Insekten und anderen Nützlingen beigetragen kann. Diesmal widmet sich der Diplom-Biologe Michael Stevens dem Vorteil sogenannter Altgrasstreifen, also ungemähten Bereichen.

Altgrasstreifen erweckten oft den Eindruck des Ungepflegten oder Unordentlichen, weiß Stevens. „In Wirklichkeit bieten sie für Insekten und andere wirbellose Tiere willkommene Rückzugsmöglichkeiten und fördern somit den Artenreichtum“, erklärt er. Denn in den Altgrasstreifen bliebe auch ein Blütenangebot erhalten, zudem hätten Samen von Pflanzen genug Zeit zu reifen. Die Samen können zu Boden fallen und das Samenreservoir des Bodens anreichern.

Altgrasstreifen entstehen, wenn nicht eine gesamte Fläche gleichzeitig gemäht wird. Bestimmte Bereiche werden bei der Mahd ausgespart und bilden für die Wiesenbewohner einen Rückzugsort und Versteckmöglichkeiten, sind zudem eine Nahrungsquelle. „Altgrasstreifen können auch innerhalb eines Jahres oder mit den Jahren auf der Fläche rotieren“, schlägt Stevens vor. Der Fachmann betont, dass insbesondere blütenbesuchende Insekten wie Schmetterlinge, Schwebfliegen, Honig- und Wildbienen von der neu geschaffenen Pflanzen- und  Strukturvielfalt profitieren würden, ebenso kräuterfressenden Insekten wie Heuschrecken. Wichtig ist laut Stevens, dass Altgrasstreifen auch im Herbst und Winter erhalten bleiben. Insekten, Spinnen, Hundertfüßer und Co. überwintern oft in oder an Pflanzen. So haben viele Tiere die Chance, den kompletten Entwicklungszyklus an einem Ort zu vollenden.

(ssc)
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