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Dormagen: Innovative Produkte made in Dormagen

Dormagen : Innovative Produkte made in Dormagen

Auf der Kunststoffmesse in Düsseldorf präsentieren Bayer Material Science und Lanxess viel Hightech aus dem Dormagener Chempark.

An dem guten Stück hätten Designer, Ästheten und Musikfreunde sicher gleichermaßen ihren Spaß. Auf der seit Mittwoch laufenden Kunststoffmesse in Düsseldorf präsentiert Bayer Material Science (BMS) unter anderem ein futuristisch anmutendes, transparentes Violoncello, das anhand optischer Effekte Musik sichtbar macht. Denn im Rumpf sind beispielsweise LEDs und Mini-Beamer eingebaut. Der vordere Teil des Instruments kann dadurch mit Grafiken oder Videos bespielt werden; Töne werden zu Farben. Das kristallklare Gießharz für die ungewöhnliche Optik setzt sich aus lösemittelfreien Rohstoffen zusammen, die in Dormagen produziert werden.

Innovative Produkte mit Erzeugnissen von Bayer Material Science (oben Eckhard Foltin mit gläsernem Cello) und Lanxess (unten l. Fußballschuh mit spezieller Sohle und r. Dr. Heike Kloppenburg mit Reifen der Spitzenklasse. Foto: CURRENTA

BMS-Zukunftsentwickler Eckhard Foltin und Klaus Jaeger, Leiter des Standortverbundes NRW, zeigten gestern noch weitere innovative Produkte mit wesentlichen Bestandteilen aus dem Dormagener Chempark. Dreidimensionale Displays fürs Autocockpit etwa mit Polycarbonatfolien aus dem Dormagener Folienbetrieb. Spezielle Anzüge, mit denen die Mobilität älterer Menschen unterstützt wird. Oder Verankerungen für Kofferraumdeckel am Auto, die vom Prinzip her an das Wurzelwerk eines Baumes angelehnt sind. "Es ist das Ziel aller unserer Aktivitäten, zusammen mit unseren Mitarbeitern und Partnern das Leben der Menschen zu verbessern und aktiv Beiträge zum Wohlbefinden zu schaffen", sagt Jaeger. Die BMS-Produkte sollten Mensch und Umwelt dienen und dabei profitabel sein. Bayer Material Science hat seinen Messeauftritt nicht zuletzt deshalb am Traum von einem schöneren Leben angelehnt und zeigt vornehmlich Produkte, die mit Freiheit, Sicherheit und Glück zu tun haben.

Innovative Produkte mit Erzeugnissen von Bayer Material Science (oben Eckhard Foltin mit gläsernem Cello) und Lanxess (unten l. Fußballschuh mit spezieller Sohle und r. Dr. Heike Kloppenburg mit Reifen der Spitzenklasse. Foto: CURRENTA

Lanxess konzentriert sich in Düsseldorf auf drei Schwerpunkte: neue Materialien, Leichtbau beim Auto und Hightech-Kunststoffe der 100-prozentigen Lanxess-Tochter Bond-Laminates. Das nur 80 Mitarbeiter zählende Unternehmen aus Brilon im Sauerland ist Weltmarktführer mit Kunststoffen der Marke Tepex. In die Erzeugnisse sind Glas- oder Carbonfasern eingearbeitet, die von extrem hoher Festigkeit sind. Die so genannten Organo-Bleche sind erhitzbar, schmelzfähig und dreidimensional umformbar; sie werden zum Beispiel bei der Herstellung von Sitzschalen verwendet. Die Tepex-Faserverbundstoffe werden u.a. im Autobau, in der Elektroindustrie und in der Sportindustrie verwendet — bei Letzterer etwa bei der Herstellung von Helmen für Kajak-, Snowboard- und Skifahrern oder bei Fahrradkomponenten. Auch in der Sohle der Fußballschuhe, mit der Schwedens Fußballnationalspieler Zlatan Ibrahimovic 2012 das spektakuläre Fallrückziehertor gegen England erzielte, stecken Lanxess-Kunststoffe.

Kautschuk made in Dormagen findet sich in einem Autoreifen von bislang nie erreichter Qualität, dessen besondere Eigenschaften in puncto Rollwiderstand und Nasshaftung/Sicherheit Dr. Heike Kloppenburg erläuterte. Auch aus Dormagen: das Material Perlonmonofil, aus dem Schiffstaue und Angelschnüre gefertigt werden können.

(NGZ)