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Innenstadt Dormagen: Großes Interesse an Masterplan für die City

Workshop für Innenstadt Dormagen : Großes Interesse an Masterplan für die City

Rund 150 Besucher kamen zum Auftakt in die Rathaus-Galerie, um sich an der Ideenfindung zu beteiligen.

Wenn die Resonanz auf den Ideenworkshop am Montag Abend in der Rathaus-Galerie ein Gradmesser für die künftige Entwicklung der Innenstadt ist, dann stehen die „Kö“ und die angrenzenden Straßen vor einer positiven Zukunft. Rund 150 Interessierte kamen, um mitzuwirken bei dem Projekt, die Innenstadt weiterzuentwickeln. Am Ende des Prozesses soll ein „Masterplan“ stehen, ein „übergeordneter Entwicklungsplan für die City“, wie es Bürgermeister Erik Lierenfeld nannte.

Worum es geht Im Raum steht die Frage, wie sich die Innenstadt in den nächsten Jahrzehnten entwickeln soll. Wo liegen Stärken, wo Schwächen? Mit welchen Maßnahmen kann entgegengewirkt werden? Dazu hatten Stadt, City-Offensive und Stadtmarketing Händler, Immobilienbesitzer, Gastronomie und Bürger eingeladen. Als Themenfelder wurden Mobilität&Parken, Einkaufen&Aufenthaltsqualität, Stadtentwicklung&Städtebau und Wohnen identifiziert.

 Wirtschaftsförderer Michael Bison (mitte) war ein Ansprechpartner bei der Ideenwerkstatt.
Wirtschaftsförderer Michael Bison (mitte) war ein Ansprechpartner bei der Ideenwerkstatt. Foto: Klaus D. Schumilas schum

Ideen die Bürger Die Ideen und Anregungen der interessierten Bürger wurden auf Zetteln notiert und für alle Besucher sichtbar an Pinnwände geheftet. Sie reichten von allgemeineren bis sehr konkreten Vorschlägen und Hinweisen. Ein Bürger empfahl den Entscheidern in der Stadt, „nicht nur kostengünstig, sondern mit Gefühl zu planen“. Vielfach angesprochen wurde mehr Grün: Stadtpark, grüne City, Bepflanzung von Kreisverkehren oder urban gardening.

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Erwartungsgemäß drehte sich einiges um die Angebote in der City: So war die „Erweiterung des gastronomischen Angebots für jüngere Zielgruppen“ zu lesen; ein Kino, Jugend-Café, Tapasbar gehören zur Wunschliste. Und der Wunsch: „Keine weiteren Frisöre, Handyläden, Nagelstudios und Bäckereien.“ Dafür einen Vollsortimenter, Metzger und Feinkostladen. Und die Idee eines gemeinsamen Hofladens der umliegenden Bauernhöfe.

Bei Thema Mobilität waren die Meinungen vielfältig und reichten von der Öffnung der südlichen Kö über absolutes Autofahrverbot in der Innenstadt bis zum Verbot für Fahrradfahrer auf der Kö und Ausbau der Taktung des Stadtbusses.

Natürlich wurden auch Sicherheit und Ordnung angesprochen: mehr Präsenz des Ordnungsdienstes, öffentliche Toilette mit Aufsicht, mehr Mülleimer auf der Krefelder Straße, striktes Kippenverbot für die Innenstadt.

Einige Besucher wünschen sich „digitales Marketing“ und das digitale Sichtbarmachen von Veranstaltungen.

Meinungen Von einem „tollen Auftakt“ sprach Bürgermeister Lierenfeld. „Von heute Abend geht das Signal der Bürger aus, dass sie beteiligt werden wollen. Jetzt müssen Dinge auch umgesetzt werden.“ Guido Schenk, Vorsitzender der Werbegemeinschaft City-Offensive, fand die Resonanz „grandios“. Er mahnte gleichfalls in Richtung Politik: „Tolle Ideen bringen uns nicht weiter, wenn keine Taten folgen.“ „Eine sehr gute Veranstaltung“, urteilte Anja Abel, Inhaberin der Tanzschule Reißer, „es gab tolle Ideen, die man weiterentwickeln kann. Ich hoffe sehr, dass davon auch einige umgesetzt werden.“ Hätte sie einen Wunsch frei, dann wären es „Freizeit-Busse für Schüler, mit denen sie zum Vereinstraining gefahren werden, statt die OGS zu besuchen. Die Vereinskultur wird sonst sterben.“

Wie es weiter geht Der Fachbereich Städtebau im Rathaus wird die Anregungen auswerten und das Thema für eine der nächsten Sitzungen des Stadtrates aufbereiten. Dort entscheiden die Stadtverordneten, wie es weitergeht. Wahrscheinlich ist, dass es Arbeitsaufträge für den Planungs- und Umweltausschuss geben wird. Offen ist, ob es bereits Vorgaben gibt, Schwerpunktsetzungen oder Ausschlüsse von Vorschlägen, die Besucher gemacht haben.