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Initiative in Dormagen: Junge Union will Treffpunkte für Jugendliche

Initiative in Dormagen : JU will Treffpunkte für Jugendliche

Statt Spielplätze und Treffpunkte in Kitas und Schulen sollen für junge Leute, die keine Lust auf Jugendeinrichtungen haben, Möglichkeiten zum Abhängen geschaffen werden. Die Junge Union will solche Orte vorschlagen.

Als Kinder waren sie mit ihren Eltern dort, zum Toben, Rutschen, Klettern. Heute, als Teenager, gibt es Ärger, wenn sie sich auf Spielplätzen aufhalten. Anwohner beschweren sich über Lärm, Spaziergänger beschleicht ein mulmiges Gefühl, wenn sie an einer Gruppe Halbwüchsiger vorbeigehen. Dormagen bietet eine ganze Menge für viele Bevölkerungs- und Zielgruppen. Offenbar ist eine außen vor:  Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, die sich gerne untereinander treffen, aber dieses nicht in einer der klassischen Jugendeinrichtungen tun wollen. Das Problem: Wohin mit ihnen?

Spielplätze, überdachte Plätze auf Kita- und Schulgeländen, über das Stadtgebiet verteilt, sind beliebte Treffpunkte von Heranwachsenden. Dort hören Sie Musik, da sind auch mitunter Zigaretten und Alkohol mit im Spiel. Aber alles letztlich harmlos und strafrechtlich unrelevant, so die Einschätzung des städtischen Ordnungsamtes, von Streetworkern und auch von der Polizei.

Für die Junge Union ist klar: „Es müssen öffentliche Räume unter freiem Himmel geschafften werden, wo sich Jugendliche aufhalten können, ohne vertrieben zu werden“, sagt Vorsitzender Alessio Selalmatzidis, mit 20 Jahren dem Zielgruppenalter selbst gerade erst entwachsen. Dass Spielplätze nicht der perfekte Treffpunkt sind, weiß auch er: „Natürlich kann es dann zu Konflikten mit Eltern, Kindern und Nachbarn kommen“, sagt er. Auch, dass Gruppenbildungen, Lautstärke, halbstarkes Auftreten schnell missverstanden werden können. „Diese jungen Leute möchten gerne unter sich sein.“ Daher wären, so ist er überzeugt, „etwas dezentralere Orte besser“. Die aber gleichwohl für diese jungen Leute gut zu erreichen sind.

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In den vergangenen Monaten haben sich laut Stadt Beschwerden über Jugendliche, die sich an verschiedenen Orten im Stadtgebiet, vor allem auf Schulhöfen und Spielplätzen, breit machen, gehäuft. Ein Schwerpunkt bildet dabei Rheinfeld. Vor allem an der Regenbogenschule, aber auch im Umfeld der Kita Walhovener Straße, der Bürgerschützenallee, am Spielplatz Fingerhutweg und im Feld zwischen Rheinfeld und Zons beschweren sich Anwohner über Lärm und Müll, den die Jugendlichen dort hinterlassen. „Zusammen mit dem Jugendamt, der Polizei, den Streetworkern und dem Schulverwaltungsamt arbeiten wir intensiv an einer Verbesserung der Situation“, sagte Thomas Rütten vom Ordnungsamt zuletzt unserer Redaktion. Laut Stadtsprecher Jonathan Benninghaus gab es bereits ein Gespräch, an dem Jugendliche samt deren Eltern teilgenommen haben. Ein Dialog, „in dem wir die Wünsche der jungen Leute erfahren wollten“. Die sind vergleichsweise bescheiden: „Ein Unterstand mit Bank und Mülleimer“, so Benninghaus. Die Stadt prüft, ob und wo das möglich sei.

Selalmatzidis will in den nächsten Wochen in Dormagen nach Orten Ausschau halten, die er als Treffpunkte für potenziell geeignet hält. „Wir würden dann eine solche Liste intern diskutieren und uns mit einer Anfrage oder einen Antrag an die Stadt wenden.“ Der JU-Vorsitzender erinnert an die lange Laufzeit dieses Themas. „Bereits 2007 hat sich die Junge Union damit beschäftigt und einen Antrag in den Jugendhilfe-Ausschuss eingebracht, in dem ,Orte für Jugendliche’ gefordert wurden“, so Selalmatzidis. „2012 wurde ebenso ein Antrag gestellt. Dort haben wir einen Bedarf gesehen, Treffpunkte für Jugendliche im Stadtgebiet auszuweisen und auszustatten. Dieser Bedarf scheint immer noch da und groß zu sein“ sagt die Jugendpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Alana Voigt. „Jugendliche müssen ernst genommen werden, es muss auf Augenhöhe kommuniziert werden und es kann nicht sein, dass sich drei Generationen einer Jugendorganisation damit beschäftigen müssen“, so Selalmatzidis.