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Dormagen/Worringen: Ineos: Krise gut überstanden

Dormagen/Worringen : Ineos: Krise gut überstanden

Sicherheit ist weiter großes Thema unter den 2200 Beschäftigten des petrochemischen Werkes im Chempark Dormagen. Das nächste Ziel: Sicherheit bei jedem Arbeitsgang.

Stopp! Vor dem nächsten Arbeitsgang gibt es dringende Fragen zu beantworten. Wo ist der Fluchtweg? Wo ist die nächste Sammelstelle? Spätestens seit dem Großbrand im März 2008 sind diese Anforderungen bei Ineos in Köln unerlässlich. Ineos Geschäftsführer Dr. Patrick Giefers lässt beim Frühsommergespräch keine Zweifel: "Sicherheit hat bei uns höchste Priorität." Ein Programm mit Erfolg: Ineos Köln im Chempark Dormagen zählt mit 0,19 Unfällen pro 100 000 Arbeitsstunden zu den "Best in Class" in der chemischen Industrie überhaupt.

Für Giefers keine Station, um sich auszuruhen. Zurzeit werden Sicherheitskarten im Scheckkartenformat oder bei Bedarf größer gedruckt, die jeder der rund 2200 Mitarbeiter stets in der Tasche zu tragen hat — Checkliste für den Notfall.

Auch für die 700 Mitarbeiter der Fremdfirmen — bei Revisionen von Anlagen bis zu 2000 — wird verstärkt auf Schulungen und mit Sicherheitshinweisen geachtet. Sie stellen in jeder Chemieanlage ein gewisses Gefahrenpotenzial dar, da sie im Umgang mit Chemie nicht so geschult sind wie diejenigen, die tagtäglich damit umzugehen haben.

Wirtschaftlich hat Ineos Köln die Krise gut überstanden. Der Umsatzeinbruch hielt sich mit 2,5 Milliarden Euro (Vorjahr 2,6 Milliarden) deutlich in Grenzen. Pressprecherin Dr. Anne-Gret Iturriaga-Abarzua: "Wir sind ohne Kurzarbeit durch die Krise gekommen." Und betriebsbedingte Kündigungen sind ohnehin bis Ende 2013 ausgeschlossen. Eine Vereinbarung, die laut Geschäftsführer Giefers auch möglicherweise über das Jahr 2013 hinaus verlängert werden wird. Immerhin haben Geschäftsführung und Betriebsrat diese Regelung bereits seit 2002 geschlossen. Und das gibt Sicherheit für die Mitarbeiter.

Der Auftragseingang seit Jahresbeginn ist laut Giefers "vielversprechend". Ineos sieht sich mit dem Konzept des speziellen Eingehens auf die Kundenwünsche auf dem richtigen Weg. Das schaffe einen Vorsprung vor der Konkurrenz, den das Unternehmen sichern will.

Auch Ineos weltweit ist aus den Schlagzeilen der internationalen Gazetten verschwunden. So wurde Ineos Fluor an Mexichem verkauft, der Unternehmenssitz ins schweizerische Lausanne verlagert, was 400 Millionen Euro spart. Einem sehr guten ersten Quartal folgt ein es mit Aussicht auf einbesseres zweites Quartal. Schließlich refinanzierte das Unternehmen 740 Millionen Euro Schulden.

Ineos Köln sieht sich für die kommenden Jahre gerüstet. So wird zurzeit die Strategie für das neue Jahrzehnt erarbeitet. Sorgen bereiten vor allem die Energiekosten und die Bürokratisierung. Das Wort von Ineos-Boss von Jim Radcliffe steht: "Köln ist unser Flaggschiff."

(NGZ)