1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Industrie ist das Zugpferd

Dormagen : Industrie ist das Zugpferd

Nach den düsteren Jahren der Wirtschaftskrise ist die Hoffnung bei vielen Unternehmen auch in Dormagen zurückgekehrt. In den Chefetagen wird mit kräftigem Wachstum gerechnet, die Investitionsbereitschaft steigt.

Während sich die Glaskugeln der Wirtschaftsorakel bereits trüben — Konjunkturforscher erwarten eine Abschwächung des Wachstums für 2012 — ist die Stimmung in den Dormagener Unternehmen so gut wie lange nicht. 2011 wird ein gutes Jahr. So lautet die Prognose aus den Chefetagen der Firmen vor Ort — und zwar branchenübergreifend.

Längst aus der Krise ist laut Currenta-Chef Klaus Schäfer die für Dormagen so prägende chemische Industrie: Sie habe 2010 mit elf Prozent den stärksten Produktionszuwachs seit 1976 erzielt. "Nach einer rasanten Aufholjagd bewegen wir uns jetzt wieder in moderateren Bahnen", sagt Schäfer. Currenta als Chemieparkbetreiber sei mit seinen Dienstleistungen abhängig von den produzierenden Unternehmen. Schäfer: "Wenn es bei denen brummt, dann brummt es auch bei uns. Insofern sind wir für 2011 optimistisch."

Nebenan, bei Ineos, ist die Stimmung ebenfalls gut: "Wir erwarten ein stabiles Jahr 2011, das hoffentlich von großen Schwankungen verschont bleibt", erklärt Patrick Giefers, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor des Chemieunternehmens. Langfristig arbeite Ineos daran, die Hürden von morgen anzupacken im Sinne des Standortes und damit der Arbeitsplätze. Das seien sicherlich der demografische Wandel sowie die Qualifizierung und Gesundheit der Beschäftigten.

Positiv ist auch die Stimmung beim Sondermaschinenbauer Hobema: "Die großen Konzerne haben ihre Investitionsstopps gelockert", sagt Geschäftsfüher Oliver Raths, "2011 wird besser als die zwei vorangegangenen Jahre." Ähnlich bewertet Horst Löcke vom Rohstoffhändler MCB die Lage: "2010 war schon recht positiv, bald werden wir das Niveau von vor der Krise erreichen." MCB sei derzeit sogar auf der Suche nach Personal.

Mit einem raketenhaften Anstieg rechnet Arkadius Grabietz von AKG Logistics. Er spricht von 25 Prozent Zuwachs. Die Hoffnungen des AKG-Chefs fußen auf den boomenden Märkten in Russland und der starken Nachfrage nach Rohstoffen wie Aluminium. Mit ihren Rohstoffen hofft auch die evd 2011 ein gutes Geschäft zu machen, auch wenn der Markt umkämpft sei. Vertriebsleiter Karl-Heinz Junggeburth rechnet damit, dass die Strompreise stabil bleiben; die Entwicklung des Gaspreises sei noch unklar.

Hoffnung ist auch bei den Geldinstituten wieder eingekehrt. Theo Siebers von der VR Bank rechnet mit einer moderaten Fortsetzung des Aufwärtstrends. Das Geldhaus will vom demografischen Wandel profitieren. Bei den Kollegen der Commerzbank hofft man auf steigende Unternehmensgewinne: "Unser Indikator ist der DAX, der zuletzt erstmals wieder die 7000er-Marke überschritten hat."

(NGZ)