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In Zons steht der Stadtgründer Saarwerden vor dem Rheintor

Dormagener Kunst-Serie : Ein Denkmal für den Stadtgründer steht vor dem Rheintor

Kunst im öffentlichen Raum - in einer Serie beleuchtet die Redaktion Denkmäler, Figuren und Brunnen in Dormagen.

Wer die Zonser Altstadt vom großen Parkplatz am Rhein aus ansteuert, kommt an ihm nicht vorbei: Seit 2010 begrüßt Friedrich von Saarwerden in Form einer Bronzeskulptur die Besucher vor dem Rheintor. Da er nicht auf einem hohen Sockel steht, können sie dem Zonser Stadtgründer fast auf Augenhöhe begegnen. Das war dem Bildhauer Bert Gerresheim aus Düsseldorf ebenso wichtig wie die Darstellung Saarwerdens in seiner Doppelrolle als kirchlicher Amtsträger und weltlicher Landesherr.

„Friedrich von Saarwerden war gleichzeitig Erzbischof und Kurfürst. Es ist Bert Gerresheim sehr gut gelungen, dies darzustellen“, betont Karl Kress, Vorstandsmitglied der Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons. So erkenne man unter dem bischöflichen Ornat eine Metallrüstung. Dem Verein ist es zu verdanken, dass die Skulptur vor acht Jahren aufgestellt werden konnte. Am 22. April 2010 weihte Erzbischof Joachim Kardinal Meisner das 56.000 Euro teure Objekt ein. Finanziert wurde die Schenkung an die Stadt Dormagen ohne öffentliche Zuschüsse, sondern vom Verein aus eigenen Mitteln und Spenden.

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„Das Denkmal ist eine absolute Bereicherung für Zons“, sagt Kress, der ins Schwärmen gerät, wenn er über die 2,20 Meter hohe und 300 Kilogramm schwere Skulptur spricht. Den Stadtführern, die auf ihrer Runde auch dort vorbeikämen, würden viele Fragen zum Leben und Wirken Saarwerdens gestellt. „Viele Besucher scheinen die Hand des Erzbischofs zu berühren. Das Metall ist an dieser Stelle ganz glatt und glänzend.“ Der Künstler Gerresheim hatte die zunächst golden glänzende Skulptur patiniert, wodurch sie ihre grünliche Farbe erhielt. Zwei Münzen am Sockel sollen an Goldgulden erinnern, die unter Saarwerden geprägt wurden, ein Metallring zum Festbinden der Schiffe an die Verlegung des Rheinzolls 1372 von Neuss nach Zons. Saarwerden, der von 1370 bis 1414 Erzbischof von Köln war, erhob Zons am 20. Dezember 1373 zur Stadt. Um die neue Zollstation zu schützen, ließ er die Burg Friedestrom errichten.