Dormagen: In Horrem steht die Wiege der Könige

Dormagen : In Horrem steht die Wiege der Könige

Dieses Jahr wird eine besondere Verbindung der Schützen aus Horrem, Hackenbroich und Dormagen deutlich: Alle drei amtierenden Könige tragen ein "Stück Horrem" in sich, auch die beiden, die den anderen Vereinen angehören.

Es kann nur einen geben — das "Highlander-Motto" trifft sowieso nicht auf die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Horrem zu, wo sich an den Tagen des Schützen- und Heimatfestes vom 31. Mai bis 3. Juni gleich drei Könige die Ehre geben: der bis zum Fest-Freitagabend amtierende Dietmar Warnecke, der dann auf der Horremer Domplatte zu krönende Udo Künzel und der zukünftige Schützenkönig, der am Fest-Montag ermittelt und danach als Kronprinz proklamiert wird.

Doch in diesem Jahr sind gleich zwei weitere amtierende Könige mit dabei, die ihre schützenfestlichen Wurzeln in Horrem haben: Peter Pöller, Schützenkönig der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft aus Hackenbroich-Hackhausen, und Hans-Joachim "Jocky" Krapp, König des Bürger-Schützen-Vereins (BSV) Dormagen, haben bereits fest zugesagt, mit ihren Königinnen, die beide Heike heißen, am 2. Juni beim Krönungsball in ihrer alten Heimat zu feiern.

Peter Pöller und Jocky Krapp stammen sogar aus dem gleichen Schützenzug: In den 70er Jahren begannen sie ihre Schützen-Laufbahn als Jungschützen im damaligen 12. Jägerzug. Den gibt es heute zwar nicht mehr, dafür sind die beiden Ex-Horremer ihrem ehemaligen Wohnort aber nun wieder eng verbunden. Peter X. und Hans-Joachim I. haben an ihre Jugendzeit gern wieder angeknüpft, wie Peter Pöller bestätigt: "Das ist wunderbar, dass wir nun zufällig beide im gleichen Jahr als König amtieren und uns beide und die Horremer bei so vielen Gelegenheiten sehen."

Dafür hat der 53 Jahre alte Pöller auch genügend Versuche, Hackenbroicher Schützenkönig zu werden, hinter sich bringen müssen: Im Gegensatz zu Jocky Krapp, der es in Dormagen im zweiten Anlauf an der Vogelstange schaffte, musste Peter Pöller in Hackenbroich gleich neun Mal einem Mitbewerber den Vortritt lassen, bis es dem selbstständigen Versicherungskaufmann dann im zehnten Versuch in 13 Jahren gelang, den Königsvogel abzuschießen. "Es hat einfach vorher nicht sein sollen, jetzt habe ich den Marathon endlich geschafft — und nun ist es besonders schön", sagt Peter Pöller, der seit 1982 Mitglied des Jägerzugs "Gut Ziel" in Hackenbroich ist.

Für den 54 Jahre alten Hans-Joachim Krapp ist es auf jeden Fall ein "Gänsehaut-Moment", wenn er an das Schützenfest in Horrem denkt, wie er erklärt: "Für mich ist das toll, wie sich im vergangenen halben Jahr eine herzliche Freundschaft zu vielen Horremern entwickelt hat." Nachdem er seit Anfang der 80er Jahre nicht mehr beim Schützenfest in Horrem war, kommt es jetzt zu einem Wiedersehen der besonderen Art: "Ich komme ein Stück weit in meine Heimat zurück", beschreibt er, dass er durchaus mit Herzklopfen an den Krönungsball für Udo Künzel in Horrem denkt. Das Mitglied im Grenadierzug "Bloomepott" und stellvertretender Geschäftsführer des BSV, dem der Betriebsmeister beim Chempark-Betreiber Currenta seit 2003 angehört, freut sich über die gegenseitigen Einladungen der Horremer, Hackenbroicher und Dormagener: "Das ist etwas Besonderes für uns alte Horremer", sagt Krapp.

Dietmar Warnecke, bis 31. Mai mit seiner Frau Ursula noch amtierendes Horremer Königspaar, findet das Aufeinandertreffen von so vielen Horremer Königen "schön und lustig". Und auch nach der Abgabe seiner Insignien wird der Bezirkskönig des Bezirks Nettesheim am Dormagener Schützenfest teilnehmen: Die Zusage hat er bereits gegeben.

(NGZ/rl)
Mehr von RP ONLINE